Blimlinger fordert als Konsequenz des Wahlergebnisses den Rücktritt des Bundesvorstands. Seiner Ansicht nach sind die Ursachen für den Absturz der Grünen nicht alleine in den Ereignissen der vergangenen Monate zu sehen, sondern auch auf langjährige Fehler der Bundespartei zurückzuführen. "Teile der Ursache sind nicht neu, sondern es sind auch in den letzten zehn, zwölf Jahren Fehler gemacht worden", sagte der langjährige Bezirkschef, der sich Ende November aus seinem Amt zurückziehen wird. Er sei seit den Anfängen der Grünen Bewegung dabei gewesen. "Damals waren sie neu. Jetzt sind die Grünen eine stinknormale Partei, die nichts Neues an sich hat."

In Blimlingers Nachbarbezirk Mariahilf sieht es für die Partei nicht viel besser aus, gegenüber der vorhergehenden Nationalratswahl verlor die Partei 19,15 Prozentpunkte. Es ist der zweithöchste Verlust für die Grünen in Wien.

In den zwei weiteren Bezirken, Leopoldstadt und Währing, in denen sie die Bezirksvorsteher stellen, konnten sie ihre eigenen Wähler nicht überzeugen. Im 2. Bezirk wanderten 14,43 Prozentpunkte an andere Parteien und das ausgerechnet in Ulrike Lunaceks Heimatbezirk. Auch in Währing muss ihre Partei ein saftiges Minus von 14,56 Prozentpunkte verdauen.

Auch die Neos müssen Stimmenverluste einstecken. Im 1. Bezirk verloren sie mit 5,9 Prozent die meisten Wählerstimmen, erreichten aber mit 9,75 Prozent ihr bestes Ergebnis in Wien. Auf den Plätzen folgen Hietzing (9,65 Prozent) sowie Wieden und Josefstadt (beide 9,39 Prozent). Das schlechteste Ergebnis fuhren die Neos in Simmering ein. Nur 3,5 Prozent der Wähler machten bei den Pinken ihr Kreuz.

Die Liste Pilz schaffte in der Bundeshauptstadt auf Anhieb 7,3 Prozent. Am stärksten schnitt die Liste des langjährigen Grünen in den Bezirken Neubau (12,06 Prozent), Josefstadt (10,8 Prozent) und Mariahilf (10,68 Prozent) ab, also grünen Kernbezirken. In Simmering (4,7 Prozent) und Favoriten (5,03 Prozent) gab es für die Liste rund um Peter Pilz am wenigsten zu holen. In seinem eigenen Bezirk Donaustadt kam er auf insgesamt 6,2 Prozent.