• vom 10.10.2017, 18:12 Uhr

Nationalratswahl

Update: 10.10.2017, 18:38 Uhr

Abwanderung

Wider die Landflucht




  • Artikel
  • Lesenswert (20)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Simon Rosner

  • Beim Thema Abwanderung und ihren Folgen gibt es zwischen den Parteien wenig Dissens - simple Lösungen gibt es aber nicht.

In das Regierungsplan 2013 wurde ein "Masterplan für den ländlichen Raum" erarbeitet, um die Abwanderungstendenzen zu bewältigen.

In das Regierungsplan 2013 wurde ein "Masterplan für den ländlichen Raum" erarbeitet, um die Abwanderungstendenzen zu bewältigen. In das Regierungsplan 2013 wurde ein "Masterplan für den ländlichen Raum" erarbeitet, um die Abwanderungstendenzen zu bewältigen.

Wien. Die Jugend geht. Sie verlässt den ländlichen Raum und zieht in die Städte. Das ist nicht verwunderlich, wenn man die Entwicklung der Studienanfängerquote betrachtet. Inklusive der Fachhochschulen liegt sie bei rund 45 Prozent pro Jahrgang, noch um die Jahrtausendwende bei unter 30 Prozent. Und Unis und Fachhochschulen sind nun einmal in Zentralräumen angesiedelt.

Nach der Ausbildung folgen Job, Lebenspartner, oft Kinder, und es folgt eine zweite Migrationswelle, diesmal von der Stadt aufs Land. Allerdings, wie die Karte zeigt, zieht es die Menschen in die Peripherie der Zentralräume, rund um Wien, um Graz, um Innsbruck und um Linz, nicht aber in die randständigen Regionen. Das ist ein Problem.


Abwanderung gefährdet langfristig die Daseinsvorsorge in diesen Gemeinden. Die Schule kann nicht mehr erhalten werden, die Steuereinnahmen und Ertragsanteile sinken, in die Infrastruktur wird nicht investiert, Bankfilialen und Wirtshäuser schließen, Kassenstellen können nicht mehr nachbesetzt werden. Eine Folge ist eine pessimistischere Grundhaltung in der ländlichen Bevölkerung, die Abwanderungstendenzen weiter verstärkt.

Diese Entwicklungen zu bremsen, zu durchbrechen, vielleicht sogar umzukehren, ist zu einer bedeutsamen politischen Herausforderung geworden, nicht zuletzt deshalb wurde auch die Erarbeitung eines "Masterplans für den ländlichen Raum" in das Regierungsprogramm 2013 geschrieben. Das Problem: Es ist eine Querschnittmaterie, und eine solche hat es nie leicht.

Es dauerte einige Jahre, ehe Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter von der ÖVP dieses Vorhaben an sich zog und im Sommer schließlich einen umfassenden Masterplan vorstellte. Präsentiert hat ihn das Ministerium Ende Juli vor gut 1500 Bürgermeistern, Gemeinderäten und sonstige geladenen Gästen, die an der Erarbeitung auch beteiligt waren.

Natürlich war das damals bereits eine vorgezogene Wahlkampfveranstaltung. Es sprachen Alt-Landeshauptmann Erwin Pröll, die neue Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Gastgeber Rupprechter, und als Höhepunkt des Abends hätte auch Sebastian Kurz eine Rede halten sollen. Doch er erkrankte kurzfristig und wurde von Vizekanzler Wolfgang Brandstetter vertreten. Nicht überraschend floss der Masterplan großteils auch ins Wahlprogramm der ÖVP. Und ebenfalls nicht verwunderlich thematisiert die Volkspartei den ländlichen Raum am stärksten.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-10-10 18:19:07
Letzte Änderung am 2017-10-10 18:38:40



Werbung



Analyse

Über die Türkisen*

Harald Mahrer, Geboren 1973, Studium der Betriebswirtschaft an der WU Wien, ÖH-Vorsitzender WU, Unternehmer im PR-Bereich, Minister seit Mai 2017. Am 17. April 1945, da kämpften in Wien noch die letzten Nazis gegen die heranmarschierende Rote Armee, trafen sich sechs Männer im Schottenstift und... weiter




NRW2017

Über die Blauen

Ob die Freiheitlichen das Land mitregieren können oder sollen, ja, ob sie überhaupt dürfen sollen: Diese Frage polarisiert die Republik wie kaum eine... weiter




NRW17

Über die Roten

1919 zogen die ersten weiblichen Abgeordneten der Sozialdemokratie ins Parlament ein: 1. Reihe: Adelheid Popp, Anna Boschek 2. Reihe: Gabriele Proft, Therese Schlesinger 3. Reihe: Marie Tusch, Amalie Seidel... Wenigstens darüber sind sich alle einig: Die Sozialdemokratie kann auf eine glänzende Vergangenheit verweisen, auch und vor allem in Österreich... weiter




Analyse

Über die Pinken

Werner Faymann und Michael Spindelegger: Das waren im Vorfeld der Wahlen 2013 die beiden besten Argumente für die Neos... weiter




Die Parteienlandschaft

Über die Grünen

Gemeinderat der Grünen Christoph Chorherr - © Stanislav Jenis Wien. Rettung vor dem drohenden Untergang: Das ist seit jeher das politische Versprechen der Grünen. Dabei kann die Erlösung auf zwei Wegen erfolgen:... weiter







Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Salzburg-Wahlen: Erdrutschsieg für Haslauer
  2. Aus der zweiten Reihe zur First Lady
  3. "Mehr denn je, VdB"
  4. Der Ruhestand kann warten
  5. Der Bundespräsident - ein (ohn)mächtiger Mann
Meistkommentiert
  1. "Meine Diplomarbeit wird missbraucht"
  2. Kurzzeitgedächtnis
  3. "Das ist ein starkes rot-weiß-rotes Signal für Europa"
  4. Hofer und Van der Bellen in Stichwahl
  5. Häupl über Kurz: "So etwas Dummes noch nie gehört"


Werbung