Ohne private Vorsorge lässt sich in der Pension der vorherige Lebensstandard im Regelfall nicht aufrechterhalten. - © Getty/Tim Hale
Ohne private Vorsorge lässt sich in der Pension der vorherige Lebensstandard im Regelfall nicht aufrechterhalten. - © Getty/Tim Hale

Wien. Österreich ist eines der wenigen Industrieländer, in denen es keine ausreichenden steuerlichen Vorteile für private Pensionslösungen gibt. Diese Kritik kommt von der OECD. Ziel müsse es sein, angesichts der demografischen Entwicklung mehr Bewusstsein und mehr Anreize zu schaffen, damit in Österreich privat mehr fürs Alter vorgesorgt werden kann, gibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zu bedenken. Die heimische Politik hat das Thema zuletzt allerdings eher stiefmütterlich behandelt.

Im Regelfall wird hierzulande mit Lebensversicherungen privat für die Pension vorgesorgt, sofern die Einkommenverhältnisse es zulassen. Insgesamt gibt es in Österreich rund 9,2 Millionen Lebensversicherungsverträge, wobei 46 Prozent der Haushalte mindestens eine Lebensversicherung haben. Durchschnittlich geben die Österreicher pro Jahr 785 Euro für Lebensversicherungen aus. In anderen westeuropäischen Ländern ist die durchschnittliche Prämie jedoch zwei bis zweieinhalb Mal so hoch. In Summe verwalten die Lebensversicherer rund 70 Milliarden an Vermögen, das entspricht ungefähr einem Zehntel des gesamten Finanzvermögens der Privathaushalte.

"Die private Altersvorsorge ist noch nie so wichtig gewesen wie heute", heißt es in der österreichischen Versicherungsbranche. "Die Menschen werden erfreulicherweise immer älter, es werden aber auch immer weniger Kinder geboren, und die sogenannten Babyboomer, die geburtenstarken Jahrgänge, gehen zwischen 2020 und 2034 sukzessive in Pension." Das staatliche Pensionssystem werde damit einer realen Belastungsprobe unterzogen werden.

Geht es nach den Versicherern, sollte mit Blick darauf vor allem die im Jahr 2003 eingeführte prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge in der Veranlagung breiter aufgestellt werden. Dieses Finanzprodukt wäre "grundsätzlich ein guter Ansatz, um einen starken Anreiz für private Pensionsvorsorge zu bieten". Allerdings sei die je nach Alter gesetzlich verpflichtende Aktienquote von 15 bis 30 Prozent in Verbindung mit einer Garantie des eingesetzten Kapitals, also der einbezahlten Prämie inklusive staatlicher Förderung, im aktuellen Marktumfeld nicht darstellbar. "Die Kosten der Absicherung der Aktienquote übersteigen die im risikolosen Veranlagungsteil erzielbaren Renditen, sodass für den Kunden keine Rendite übrig bleibt", heißt es.