• vom 15.10.2017, 15:56 Uhr

Nationalratswahl

Update: 16.10.2017, 11:58 Uhr

NRW17

Start-Ziel-Sieg für Kurz




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Von WZ Online, APA

  • ÖVP 31,6 Prozent, FPÖ 26,0 Prozent, SPÖ 26,9 Prozent. 750.000 Stimmen sind noch nicht ausgezählt.

ÖVP-Chef Sebastian Kurz dürfte der jüngste Bundeskanzler der Republik werden. - © APAweb, Reuters, Dominic Ebenbichler

ÖVP-Chef Sebastian Kurz dürfte der jüngste Bundeskanzler der Republik werden. © APAweb, Reuters, Dominic Ebenbichler

Wien. Die ÖVP hat den erwarteten Sieg bei der von ihr initiierten Nationalratswahl geholt. Sebastian Kurz hat die Volkspartei auf über 31,7 Prozent geführt haben und könnte jüngster Kanzler aller Zeiten werden. Allerdings ist auch noch Rot-Blau möglich, da die SPÖ die Freiheitlichen knapp hinter sich lassen könnte. Ein historischer Absturz droht den Grünen, die wahrscheinlich nicht mehr im Nationalrat vertreten sind.

In der Prognose von SORA (für den ORF), die die 700.000 noch nicht ausgezählten Wahlkarten berücksichtigt, steht die ÖVP mit 31,7 Prozent (+7,7 Prozent) klar an erster Stelle. Die FPÖ lag in den ersten Hochrechnungen vor der SPÖ, im Verlauf des Wahlabends drehte sich das Ergebnis. Die FPÖ kommt demnach auf 26,0 Prozent (+5,5 Prozent), die SPÖ hält mit 26,9 Prozent mit dem selben Resultat wie bei der letzten Wahl den zweiten Platz.



Die erwartet desaströse Niederlage bringt die Wahl für die Grünen - in der Prognose verfehlten die Grünen mit 3,9 Prozent (-8,5)sogar den Wiedereinzug ins Parlament. Die Liste des Ex-Grünen Peter Pilz schafft laut SORA knapp den Einzug (4,3 Prozent). Die NEOS halten in etwa ihr Ergebnis und erreichen 5,1 Prozent (+0,2). Allerdings könnte sich das Resultat durch die Wahlkarten noch ändern.

Video: Erleichtert bis Rauschend – die Partys der Parteien am Wahlabend.

Klarer Erfolg für die SPÖ in Wien

In Wien konnte die SPÖ laut dem vorläufigen Endergebnis (also noch ohne Wahlkarten, Anm. ) bei der heutigen Nationalratswahl ihren ersten Platz verteidigen - und sogar mehr dazugewinnen als die FPÖ. Die SPÖ kam auf 35 Prozent, ein Plus von 3,3 Prozentpunkten. Am stärksten legte die ÖVP zu, ein totales Desaster erlebten hingegen die Grünen.

Die Prognose mit Wahlkarten von ORF/Sora.

Die Prognose mit Wahlkarten von ORF/Sora.© WZ Online Die Prognose mit Wahlkarten von ORF/Sora.© WZ Online



Die FPÖ kam auf 23,1 Prozent, ein Zuwachs von 2,6 Prozentpunkten. Die ÖVP kletterte um 6 Prozentpunkte nach oben. Ein Stimmanteil von 20,6 Prozent ergibt aber in der Hauptstadt nur den dritten Platz. Die NEOS schnitten in Wien mit 6 Prozent durchaus ähnlich ab wie beim Urnengang 2013, wenn auch mit einem kleinen Minus von 1,6 Prozentpunkte.

Die Grünen, also der Koalitionspartner der SPÖ auf Stadtebene, mussten einen Absturz im Ausmaß von 11,1 Prozentpunkten einstecken. Unterm Strich blieben magere 5,3 Prozent übrig. Die Liste Pilz schaffte in der Bundeshauptstadt auf Anhieb 7,3 Prozent.

Der Blick auf die Bezirke ergibt ebenfalls ein völlig neues Bild: Waren 2013 die westlichen Innergürtelbezirke (Wieden, Mariahilf, Neubau, Josefstadt und Alsergrund) noch grün eingefärbt, führt hier nun überall die SPÖ. Währing wechselte von Schwarz auf Rot, Döbling wiederum von Rot auf Schwarz.

Die Wiener wählten gegen den allgemeinen Trend.

Die Wiener wählten gegen den allgemeinen Trend.© WZ Online Die Wiener wählten gegen den allgemeinen Trend.© WZ Online



ÖVP und FPÖ profitierten von Proteststimmen

Die ÖVP profitierte trotz ihrer langjährigen Regierungsbeteiligung ebenso stark von Proteststimmen wie die oppositionelle FPÖ. Das zeigt die Wahltagsbefragung des SORA-Instituts für den ORF. Demnach haben jene, die mit der Arbeit der Regierung zufrieden sind, zu 60 Prozent SPÖ gewählt, die Unzufriedenen dagegen FPÖ (35 Prozent) und ÖVP (34 Prozent).

Interessant auch: Trotz der Jugend des Spitzenkandidaten Sebastian Kurz liegt bei den jungen Wählern (bis 29) die FPÖ knapp vorne: Hier haben 30 Prozent blau gewählt, 28 Prozent schwarz und 17 Prozent die SPÖ. Bei den 30- bis 59-jährigen liegt die ÖVP dagegen mit 31 Prozent vor FPÖ (28) und SPÖ (27). Auch bei den Senioren ab 60 liegt die ÖVP vorne: 36 Prozent vor SPÖ (34) und FPÖ (19 Prozent).#

ÖVP punktete bei Männern

Interessant ist hier ein Vergleich zur Wahltagsbefragung 2013: Damals lag die ÖVP bei Angestellten noch auf Platz drei hinter Rot und Blau. Heuer sammelte die Volkspartei auch hier die meisten Stimmen ein - 31 Prozent vor SPÖ und FPÖ mit je 26. Deutlich vorne liegt die ÖVP bei Männern (35 Prozent) und Maturanten (42 Prozent). Die Arbeiter sieht die Wahltagsbefragung dagegen mehrheitlich bei der FPÖ (59 Prozent), ebenso die Lehrlinge (37 Prozent). Nahezu gleichauf liegen ÖVP und SPÖ dagegen bei den Frauen (30 zu 29 Prozent) und bei den Uni-Absolventen (32 zu 31 Prozent). Als treue rote Wählergruppe entpuppen sich dagegen neuerlich die Pensionisten (39 Prozent SPÖ).

Welche Themen die Wähler im Wahlkampf am meisten diskutiert haben, ist keine Überraschung: Bei der ÖVP und FPÖ sind es Asyl und Integration (55 bei der ÖVP, 88 Prozent bei der FPÖ), beides Hauptthemen der Parteien im Wahlkampf, bei der SPÖ Sozialleistungen (57 Prozent). Überraschend ist allenfalls, dass bei der SPÖ auf Platz zwei schon Asyl und Integration folgt (48 Prozent), vor Arbeitsplätzen (45 Prozent). Bei der ÖVP folgen auf den Plätzen Sozialleistungen (41 Prozent) und Sicherheit (36 Prozent). Bei der FPÖ sind es Sicherheit (69 Prozent) und Sozialleistungen (60 Prozent).

Kurz war attraktivster Spitzenkandidat

Ähnlich wie bei der Wahltagsbefragung von Peter Hajek für ATV sind die von SORA erhobenen Wahlmotive: Wichtigster Grund, die ÖVP zu wählen, war demnach Spitzenkandidat Sebastian Kurz (42 Prozent), bei der SPÖ waren es die inhaltlichen Standpunkte der Partei (22) vor Spitzenkandidat Christian Kern (20 Prozent). Bei der FPÖ gaben 34 Prozent der Wähler die inhaltlichen Standpunkte an, dahinter folgt mit großem Abstand Kontrolle (12 Prozent). Spitzenkandidat Heinz Christian Strache war nur für fünf Prozent der FP-Wähler Hauptgrund für die Wahlentscheidung.


Video: Erleichtert bis Rauschend – die Partys der Parteien am Wahlabend.






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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-10-15 15:56:56
Letzte Änderung am 2017-10-16 11:58:31



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