Wien. Die ÖVP hat den erwarteten Sieg bei der von ihr initiierten Nationalratswahl geholt. Sebastian Kurz hat die Volkspartei auf über 31,7 Prozent geführt haben und könnte jüngster Kanzler aller Zeiten werden. Allerdings ist auch noch Rot-Blau möglich, da die SPÖ die Freiheitlichen knapp hinter sich lassen könnte. Ein historischer Absturz droht den Grünen, die wahrscheinlich nicht mehr im Nationalrat vertreten sind.

Die Prognose mit Wahlkarten von ORF/Sora. - © WZ Online
Die Prognose mit Wahlkarten von ORF/Sora. - © WZ Online

In der Prognose von SORA (für den ORF), die die 700.000 noch nicht ausgezählten Wahlkarten berücksichtigt, steht die ÖVP mit 31,7 Prozent (+7,7 Prozent) klar an erster Stelle. Die FPÖ lag in den ersten Hochrechnungen vor der SPÖ, im Verlauf des Wahlabends drehte sich das Ergebnis. Die FPÖ kommt demnach auf 26,0 Prozent (+5,5 Prozent), die SPÖ hält mit 26,9 Prozent mit dem selben Resultat wie bei der letzten Wahl den zweiten Platz.

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Die erwartet desaströse Niederlage bringt die Wahl für die Grünen - in der Prognose verfehlten die Grünen mit 3,9 Prozent (-8,5)sogar den Wiedereinzug ins Parlament. Die Liste des Ex-Grünen Peter Pilz schafft laut SORA knapp den Einzug (4,3 Prozent). Die NEOS halten in etwa ihr Ergebnis und erreichen 5,1 Prozent (+0,2). Allerdings könnte sich das Resultat durch die Wahlkarten noch ändern.

Klarer Erfolg für die SPÖ in Wien

In Wien konnte die SPÖ laut dem vorläufigen Endergebnis (also noch ohne Wahlkarten, Anm. ) bei der heutigen Nationalratswahl ihren ersten Platz verteidigen - und sogar mehr dazugewinnen als die FPÖ. Die SPÖ kam auf 35 Prozent, ein Plus von 3,3 Prozentpunkten. Am stärksten legte die ÖVP zu, ein totales Desaster erlebten hingegen die Grünen.

Die Wiener wählten gegen den allgemeinen Trend. - © WZ Online
Die Wiener wählten gegen den allgemeinen Trend. - © WZ Online

Die FPÖ kam auf 23,1 Prozent, ein Zuwachs von 2,6 Prozentpunkten. Die ÖVP kletterte um 6 Prozentpunkte nach oben. Ein Stimmanteil von 20,6 Prozent ergibt aber in der Hauptstadt nur den dritten Platz. Die NEOS schnitten in Wien mit 6 Prozent durchaus ähnlich ab wie beim Urnengang 2013, wenn auch mit einem kleinen Minus von 1,6 Prozentpunkte.

Die Grünen, also der Koalitionspartner der SPÖ auf Stadtebene, mussten einen Absturz im Ausmaß von 11,1 Prozentpunkten einstecken. Unterm Strich blieben magere 5,3 Prozent übrig. Die Liste Pilz schaffte in der Bundeshauptstadt auf Anhieb 7,3 Prozent.

Der Blick auf die Bezirke ergibt ebenfalls ein völlig neues Bild: Waren 2013 die westlichen Innergürtelbezirke (Wieden, Mariahilf, Neubau, Josefstadt und Alsergrund) noch grün eingefärbt, führt hier nun überall die SPÖ. Währing wechselte von Schwarz auf Rot, Döbling wiederum von Rot auf Schwarz.

Video: Erleichtert bis Rauschend – die Partys der Parteien am Wahlabend.