Wien. Warum hat die Liste Kurz so klar gewonnen? Laut einer Umfrage von ORF/SORA war es die Personalisierungs-Strategie: Gefragt nach dem "Hauptgrund" für ihre Wahlentscheidung, gaben 42 Prozent der Kurz-Wähler das Motiv "der Spitzenkandidat" an. Weit dahinter folgen mit 15 Prozent der Nennungen die Motive "inhaltliche Standpunkte" sowie "der Spitzenkandidat soll Kanzler werden" (11 Prozent). Am meisten diskutierte Themen im Wahlkampf waren unter Kurz-Wählern "Asyl und Integration" (55 Prozent) gefolgt von "Sozialleistungen" (41 Prozent).

Für SPÖ-Wähler waren diesmal sowohl der Spitzenkandidat (20 Prozent) als auch die inhaltlichen Standpunkte der Partei (22 Prozent) etwa gleich wichtig für ihre Wahlentscheidung. Im Wahlkampf diskutierten sie am häufigsten über Sozialleistungen (57 Prozent), Asyl und Integration (48 Prozent) sowie Arbeitsplätze (45 Prozent).

Wähler der FPÖ gaben als Hauptgrund für ihre Wahlentscheidung vor allem die inhaltlichen Standpunkte der Partei an (34 Prozent) gefolgt von der Kontrolle von Missständen (12 Prozent). Häufig diskutierte Wahlkampf-Themen waren unter den FPÖ-Wählern Asyl und Migration (88 Prozent), Sicherheit (69 Prozent) und Sozialleistungen (60 Prozent).

Silberstein spielte nur eine kleine Rolle

Laut einer ATV-Umfrage von Peter Hajek (1.200 Befragte) war die Affäre Silberstein nicht ausschlaggebend für die Wahlentscheidung: Gerade einmal sechs Prozent der Wahlberechtigten fanden die Facebook-Fake-News sehr wichtig, zehn Prozent eher wichtig. Bei SPÖ-Wählern schlug der vielbesprochene Skandal kaum durch.

Bei der Frage, welche Koalition für Österreich am besten sei, gab es schon deutlichere Präferenzen: 31 Prozent der Befragten sprachen sich für eine schwarz-blaue Regierung aus. 54 Prozent der ÖVP-Wähler und 65 Prozent der FPÖ-Wähler sprachen sich in der ATV-Umfrage für eine Neuauflage von schwarz-blau aus.

Unter den SPÖ-Wählern waren 32 Prozent für eine Fortsetzung der SPÖ-ÖVP-Koaltion, aber 24 Prozent zeigten Sympathien für eine rot-blaue Regierung.

Die Befragten setzten eine klare Priorität, was die Aufgaben der neuen Regierung betrifft: für 38 Prozent waren die Themen Zuwanderung, Asyl und Migration am wichtigsten, gefolgt von Bildung (18 Prozent), Steuern (17 Prozent) und Pensionen (16 Prozent).