• vom 18.10.2017, 17:32 Uhr

Nationalratswahl

Update: 18.10.2017, 20:27 Uhr

Neuer Grünen-Chef

Kogler startet "Projekt Wiedereinzug"




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  • Der neue Grünen-Chef hat Ideen und Lust auf mehr.

Die Schuld am Debakel bei der Nationalratswahl sieht Kogler eindeutig bei der Bundespartei. - © APAweb / Georg Hochmuth

Die Schuld am Debakel bei der Nationalratswahl sieht Kogler eindeutig bei der Bundespartei. © APAweb / Georg Hochmuth

Wien. Werner Kogler, seit Dienstag interimistischer Chef der Grünen, verspricht Aufräumarbeiten in seiner Partei. Die "große, grüne Idee" werde mehr denn je gebraucht, sagte er am Mittwoch im Ö1-"Mittagsjournal". Man arbeite an einem Sanierungskonzept und starte das "Projekt Wiedereinzug". Auch wegen der mehr als 100 betroffenen Mitarbeiter gelte: "Wir können den Laden nicht zudrehen."

Die Schuld am Debakel bei der Nationalratswahl sah Kogler eindeutig bei der Bundespartei. "Es ist jetzt das wirklich seltsame Verdienst der Bundesgrünen, also von uns, dass wir in einem historisch wichtigen Moment versagt haben, total versagt im Prinzip", sagte er: "Insofern gilt es hier, das wird ja noch besprochen werden, tatsächlich aufzuräumen."


In den Ländern sehe dies anders aus, denn dort werde hervorragende Arbeit geleistet, sowohl in den Regierungen als auch in der Opposition. In den kommenden Landtagswahlen wolle man beweisen, "dass wir halten können, da und dort sogar zulegen". Dass nun die Länder im Bund verstärkt mitreden wollen, wie es die Wiener Grüne Maria Vassilakou angekündigt hat, wertet Kogler "natürlich als Unterstützung".

Neue Bühne für die Grünen
Er selbst habe "nicht so lange" gebraucht, um nach dem Rücktritt von Ingrid Felipe als Bundessprecherin in seine neue Rolle als Krisenfeuerwehr der Grünen einzuwilligen. "Da war nicht lange zu zögern, da muss halt jemand hingreifen." Es sei die richtige Entscheidung gewesen, dass sich Felipe nun auf Tirol konzentriert. Er selbst habe in seiner neuen Rolle "doch einige Ideen und Lust, hier einen Beitrag zu leisten".

Dass sich die Grünen nun eine neue Bühne suchen müssen, sei ihm bewusst. Den Schulden wolle man mit einem Sanierungskonzept entgegentreten. Es hätten sich bereits viele gefunden, die gerade jetzt der Partei beitreten oder auch spenden wollten, sagte er und propagierte die Homepage der Grünen, wo man Details zum Spenden finde.

Wie genau die neue Strategie, die Strukturen oder die personelle Erneuerung ausschauen wird, ließ Kogler noch offen. "Jetzt ist mal so richtig Krise, da muss man sich rausmanövrieren, das haben wir vor." Alles Weitere werde man gemeinsam besprechen. Erste Gelegenheit dazu haben die Grünen beim erweiterten Bundesvorstand am Freitag in Wien.

Kogler ist Gründungsmitglied der Alternativen Liste Graz (1981) sowie der Alternativen Liste Steiermark und Österreich. Seit 1999 ist der studierte Ökonom Abgeordneter im Nationalrat. Er war dort Budget-, Finanz- und Rechnungshofsprecher der Grünen und Vorsitzender des Rechnungshofausschusses. 2009 wurde Kogler mit 100 Prozent Zustimmung zum zweiten Stellvertreter von Bundessprecherin Eva Glawischnig gewählt. Er war auch Spitzenkandidat der Grünen bei der steirischen Landtagswahl 2010, bei der die Grünen 5,6 Prozent erreichten.




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Dokument erstellt am 2017-10-18 17:37:05
Letzte Änderung am 2017-10-18 20:27:11



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