Dschibuti/Genf. Nach dem Untergang zweier Flüchtlingsboote mit mehr als 130 Migranten an Bord vor der Küste des ostafrikanischen Landes Dschibuti ist die Zahl der Toten auf 43 gestiegen. "Wir erwarten aber, dass die Zahl der Todesopfer sehr viel höher ist", warnte der Sprecher der UNO-Organisation für Migration (IOM), Joel Millman. 16 Schiffbrüchige wurden demnach gerettet.

Die Boote hatten in Obock in Dschibuti abgelegt und waren vermutlich auf dem Weg in den Jemen, wie Millman sagte. Dies sei eine gängige Route vor allem für Migranten aus Äthiopien. Augenzeugen berichteten laut IOM, dass die überfüllten Boote etwa 30 Minuten nach dem Ablegen bei starkem Wellengang gekentert seien.

 Hunderte Tote seit 2014

Dieses tragische Ereignis zeige, welche Risiken die Menschen auf sich nähmen auf der Suche nach einem besseren Leben, erklärte Lalini Veerassamy, IOM-Leiterin in Dschibuti. Der Organisation zufolge starben von 2014 bis 2018 mehr als 700 Menschen bei der Überfahrt vom Horn von Afrika nach Jemen.

Der kleine Staat Dschibuti liegt am Golf von Aden, einem Meeresgolf zwischen dem Horn von Afrika und der Arabischen Halbinsel. An der engsten Stelle trennen nur etwa 30 Kilometer Dschibuti und den Jemen. Neben Migranten aus Äthiopien versuchen auch Menschen aus Somalia, Eritrea und anderen Ländern Afrikas über Dschibuti die Arabische Halbinsel zu erreichen. Vom Bürgerkriegsland Jemen aus versuchen viele der Flüchtlinge, in die reichen Länder Saudi-Arabien oder die Golfemirate zu gelangen.