Jorhat. Nach dem Konsum von gepanschtem Schnaps unter Arbeitern einer indischen Teeplantage sind mindestens 89 Menschen gestorben. Laut Behörden wurden am Samstag 150 Menschen wegen einer Vergiftung im Krankenhaus behandelt. Die Behörden der Distrikte Golaghat und Jorhat im nordöstlichen Bundesstaat Assam veröffentlichten die neuen, gestiegenen Zahlen der Toten und Erkrankten.

Viele Patienten im Krankenhaus seien mittlerweile "außer Gefahr", hieß es. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass die Zahl der Toten noch steige.

Allein im Bezirk Golaghat gab es seit Donnerstagabend 50 Todesfälle, wie der stellvertretende Behördenchef Dhiren Hazarika der Nachrichtenagentur AFP sagte. Aus dem Nachbarbezirk Jorhat wurden 19 Todesfälle gemeldet.

Gepanschter Alkohol keine Seltenheit

Die Überlebenden wurden in mehreren Krankenhäusern in den betroffenen Bezirken behandelt, wie Assams Gesundheitsminister Biswa Sarma sagte. Der Arzt Ratul Bordoloi von der Gesundheitsbehörde in Golaghat sagte, die Betroffenen litten unter starkem Brechreiz, Brustschmerzen und Atemnot.

Assams Regierungschef Sarbananda Sonowal ordnete eine Untersuchung an. Ein Mann, der den illegal hergestellten Alkohol verkauft haben soll, wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Die Behörden beurlaubten zudem zwei Beamte, weil sie keine Vorkehrungen gegen den Verkauf des Alkohols getroffen hätten.

In den ärmlichen ländlichen Gebieten Indiens wird viel selbst gebrannter Alkohol verkauft, da er billig ist. Jedes Jahr sterben hunderte Menschen an gepanschtem Alkohol. Erst vor knapp zwei Wochen waren in den nordindischen Bundesstaaten Uttar Pradesh und Uttarakhand mehr als hundert Menschen an gepanschtem Alkohol gestorben.