Für Norwegen war das Erdöl ein Segen - nicht allen Ländern hat der kostbare Rohstoff Glück gebracht. - © APAweb / EPA / Statoilhydro / Oyvin Hagen
Für Norwegen war das Erdöl ein Segen - nicht allen Ländern hat der kostbare Rohstoff Glück gebracht. - © APAweb / EPA / Statoilhydro / Oyvin Hagen

Wien/London. Sowohl Obama als auch Romney beschwören in Wahlkampfreden die glorreiche Zukunft der USA. Die neuesten Erkenntnisse aus dem Wohlstandsindex des britischen Legatum-Instituts zeigen eher, dass der amerikanische Traum in Gefahr ist. In einem beispiellos tiefen Fall sind die USA auf den zwölften Platz der Rangliste der wohlhabendsten Länder der Welt gerutscht - mit schwächer werdenden Leistungen in fünf der acht Unterkategorien des Indexes.

Auch Österreich hat in diesem Ranking nicht besonders gut abgeschnitten. Die Alpenrepublik fiel auf den 16. Rang zurück und verlor damit zwei Plätze im Vergleich zu 2011. Angeführt wird das Ranking wie bereits 2011 von Norwegen, gefolgt von Dänemark und Schweden, das sich um zwei Plätze verbesserte.

Das Wohlstandsranking berücksichtigt neben der Wirtschaft auch das Unternehmertum, die Regierungsarbeit, Bildung, Gesundheit, Sicherheit, persönliche Freiheit und soziales Kapital. Der Index deckt laut dem Legatum Institute 96 Prozent der Weltbevölkerung und 99 Prozent der weltweiten Bruttoinlandsprodukte ab. Der Wohlstand sei in fast allen untersuchten Bereichen seit 2009 weltweit leicht gestiegen, doch fühlten sich die Menschen unsicherer, geht aus der Untersuchung hervor.

Österreich verliert stark bei der Bildung

Im Wirtschaftsranking verschlechterte sich Österreich vom 11. auf den 13. Platz im Ranking. Den größten Rückfall gab es im Bildungsbereich, wo die Alpenrepublik im Vergleich zu 2010/11 um sieben Plätze verlor und auf den 24. Rang zurückfiel. Besser gereiht als 2011 war Österreich dagegen bei der persönlichen Freiheit, wo man auf Rang 21 liegt und vier Plätze im Vergleich zu 2011 gutgemacht hat.

Trotz der Krise in Europa sei der Wohlstand auf dem Kontinent gestiegen, heißt es in einer Aussendung des Legatum Institute. Sieben europäische Ländern befinden sich in den Top Ten, nur Australien (4. Platz), Neuseeland (5. Platz) und Kanada (6. Platz) schafften es außerhalb Europas in die Spitzengruppe.

Wirtschaft bleibt Europas Schwäche

Im Bereich Wirtschaft erlitten dagegen zwei Drittel der europäischen Staaten einen Rückfall seit 2009, was ein Ergebnis der anhaltenden Krise im Euroraum ist. Die größten Einbrüche in diesem Segment verzeichneten Griechenland, Dänemark, Island und Spanien.

Außerdem habe sich das Ost-West-Gefälle in Europa vergrößert, konstatiert das Legatum Institute. Während die Nordeuropäer die Liste anführen und andere europäische Staaten wie die Schweiz, die Niederlande und Irland ebenfalls zur Spitzengruppe gehören, sind viele Nachfolgestaaten aus der ehemaligen Sowjetunion auf den Plätzen jenseits des 30. Ranges zu finden. Die europäischen Schlusslichter in puncto Wohlstand sind Albanien (84. Platz), Moldawien (92. Platz) und Bosnien-Herzegowina (99. Platz).

Griechenland stürzte ab

Den größten Absturz im Ranking erlitt dagegen Griechenland, das seit 2009 10 Plätze verlor und nun auf dem 49. Rang liegt. Dagegen verbesserte sich Deutschland im Wohlstandsindex im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz und belegt heuer den 14. Platz. Von den osteuropäischen Staaten machten laut dem Index die Slowakei und Estland die größten Fortschritte - größere als etwa Italien, Belgien und Irland.

Das Schlusslicht in der Liste ist die Zentralafrikanische Republik.

FPÖ und BZÖ geben Regierung die Schuld

Für das Abrutschen im Wohlstands-Index machen die Oppositionsparteien FPÖ und BZÖ die Regierungsparteien verantwortlich. Die FPÖ schoss sich zudem auf die Gemeinschaftswährung Euro ein, denn an der Spitze des Rankings stehen "drei europäische Staaten, denen allen die Nichtteilnahme am Euro-Raum (Norwegen, Dänemark, Schweden, Anm.) gemein ist", so FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung am Donnerstag.