Paris/Washington. Zwölf Jahre nach dem Absturz der Concorde auf dem Flughafen von Paris am 25. Juli 2000, bei dem 113 Menschen getötet wurden, hat ein Berufungsgericht in Versailles am Donnerstag den strafrechtlichen Schuldspruch gegen die US-Fluggesellschaft Continental Airlines verworfen. Die Richter sahen es zwar als erwiesen an, dass die Katastrophe durch einen Defekt an einer zuvor gestarteten Continental-Maschine ausgelöst wurde. Dies rechtfertige jedoch keine strafrechtliche Verantwortung, urteilte das Gericht.

Die mittlerweile zum Unternehmen United Continental fusionierte Airline muss lediglich eine Million Euro Schadenersatz an die Concorde-Eigentümerin Air France zahlen. Die französische Gesellschaft hatte zivilrechtlich eine Entschädigung für den erlittenen Imageschaden gefordert.

In erster Instanz hatte ein Gericht der Fluggesellschaft und einem ihrer Mitarbeiter vor zwei Jahren die Hauptverantwortung für den Absturz zugeschrieben. Continental war zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro, der Mitarbeiter zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter folgten der These, dass die Concorde beim Start über eine Titan-Lamelle gerollt war, die von einer Continental-Maschine abgefallen war. Dabei platzte ein Reifen der Concorde und Gummiteile beschädigten das Flugzeug. Keine zwei Minuten nach dem Abheben krachte die Concorde in ein Hotel am Flughafen.

Die Continental-Anwälte hatten argumentiert, dass die Concorde bereits gebrannt haben könnte, bevor sie über das Metallteil fuhr.

Die Katastrophe läutete das Ende der Flugzeuge ein. Die französischen und britischen "Donnervögel", die in nur dreieinhalb Stunden von Europa nach New York flogen, wurden 2003 aus dem Betrieb genommen.