New York/Paris. Der frühere Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn, hat eine Zivilklage wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in den USA außergerichtlich beigelegt. Strauss-Kahn und das Zimmermädchen Nafissatou Diallo hätten eine Einigung erzielt, teilte ein Gericht in New York am Montag mit. Die Einzelheiten des Vergleichs, der kein Schuldeingeständnis Strauss-Kahns ist, seien "vertraulich". Diallo war bei der Anhörung anwesend, Strauss-Kahn ließ sich durch seine Anwälte vertreten.

Dominique Strauss-Kahn hat mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo (Bild) eine Einigung erzielt. - © APAweb/Seth Wenig, Pool/AP
Dominique Strauss-Kahn hat mit dem Zimmermädchen Nafissatou Diallo (Bild) eine Einigung erzielt. - © APAweb/Seth Wenig, Pool/AP

Französische und US-Medien berichten zwar, dass der ehemalige französische Spitzenpolitiker Diallo sechs Millionen Dollar (4,6 Millionen Euro) zahle. Dafür gab es aber keine Bestätigung.

Strauss-Kahn war am 14. Mai vergangenen Jahres verhaftet worden. Zuvor hatte ihn Diallo beschuldigt, in seiner Hotelsuite über sie hergefallen zu sein. Strauss-Kahn hatte nach einer Weile Sex eingeräumt, der sei aber einvernehmlich gewesen. Wegen der Affäre trat Strauss-Kahn von der IWF-Spitze zurück und musste seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten begraben.

Wenige Wochen nach dem Vorfall ließ die New Yorker Staatsanwaltschaft ihre Anklage fallen, weil Diallo als Hauptzeugin mehrfach gelogen hatte. Zu einer strafrechtlichen Klärung des Falles kam es so nie. Die heute 33-Jährige verklagte Strauss-Kahn jedoch zivilrechtlich.