Algier/Wien. Der Österreicher, der sich in Algerien unter den Opfern der Geiselnahme befand, hat sich bei seiner Familie und auch der österreichischen Botschaft in Algier gemeldet. "Ihm geht es gut", hieß es aus dem Außenministerium. Der 36-jährige Ölarbeiter aus Niederösterreich habe sich während der Geiselnahme versteckt. Die Familie sei "sehr erleichtert". Der Akademiker Christoph Z. befindet sich noch Algerien. Der Mann wird vermutlich über London nach Hause fliegen. Wann genau, war zu Redaktionsschluss am Freitag noch unklar.

Z. arbeitete auf dem Erdgasfeld In Amenas. Die Gasanlage wird seit dem Jahr 2006 von dem britischen Konzern BP und der norwegischen Statoil in Zusammenarbeit mit dem algerischen Unternehmen Sonatrach betrieben. Die Anlage liefert für gewöhnlich rund 18 Prozent der algerischen Gas-Exporte. Der Transport und die Weiterverarbeitung obliegt ausschließlich der algerischen Seite.

Laut der Nachrichtenagentur APS wurde die Gasförderung auf dem Gelände nun stillgelegt. Damit solle der Gefahr von Explosionen vorgebeugt werden.

Betroffene ausgeflogen


Am Donnerstag und Freitag wurden schon ausländische Mitarbeiter von verschiedenen Unternehmen zu Hunderten ausgeflogen - über London und über Palma de Mallorca, berichtete das involvierte Unternehmen BP. Das norwegische Unternehmen Statoil will am Samstag den Großteil seiner Mitarbeiter in Algerien (rund 40 Angestellte) ausfliegen lassen, drei Flugzeuge stehen dafür zu Verfügung. Lediglich für den Betrieb der Statoil-Anlagen unbedingt notwendiges Schlüsselpersonal soll in Algerien bleiben. Auch BP hat am Donnerstag damit begonnen, alle Mitarbeiter, die "nicht essenziell" für den Betrieb der Anlagen sind, als "temporäre Vorsichtsmaßnahme" auszufliegen, ebenso der spanische Mineralölkonzern Cepsa.