2013 ist das Jahr der Schlange, genauer: der Wasserschlange. - © APAweb / Reuters / Erik De Castro
2013 ist das Jahr der Schlange, genauer: der Wasserschlange. - © APAweb / Reuters / Erik De Castro

Peking. In der Nacht auf Sonntag endet nach dem traditionellen chinesischen Mondkalender das Jahr des Drachen. Chinesen in aller Welt begrüßen das Jahr der Schlange, genauer: der Wasserschlange. Große chinesische Führer, die im Jahr der Schlange geboren wurden, sind nicht nur der chinesische Revolutionär Mao Tsetung, sondern auch der neue Parteichef Xi Jinping, der im März an die Staatsspitze aufrückt und tatsächlich im Zeichen der Wasserschlange geboren wurde.

Xi Jinpings Geburtsjahr 1953 brachte der Welt große Veränderungen: Der Korea-Krieg endete, Joseph Stalin starb und Queen Elizabeth II. übernahm die britische Krone. Auch das Schlangenjahr 1989 brachte dramatische Umwälzungen: In China wurde die Demokratiebewegung am 4. Juni blutig niedergeschlagen. Die Berliner Mauer fiel. 1989 markierte den Anfang vom Ende der Sowjetunion. Und im letzten Schlangenjahr 2001 passierten am 11. September die Terroranschläge auf das World Trade Center in New York.

Da die Schlange im chinesischen Horoskop vor allem für Feuer steht und in diesem Jahr auf das Gegenelement Wasser stößt, sagen Astrologen für 2013 ein Jahr der Konflikte voraus. Allerdings gilt das Wasser auch als sanft, flexibel, gemächlich und bescheiden. Wenn die Energie in richtige Kanäle geleitet wird, kann sie sogar innovative Ideen und Reformen bringen, sagt der Volksmund.

Der neue starke Mann Chinas gibt sich jedenfalls auch als Reformer. Xi Jinping will an die mutigen Pionierzeiten der marktwirtschaftlichen Veränderungen in China in den 90er Jahren anknüpfen und vieles umkrempeln. Schlangenjahre gelten ohnehin als Jahre der "Häutungen", der Veränderungen. Aber Xi Jinping wird es in diesem Schlangenjahr nicht leicht haben, weil es für ihn als Wasserschlange nicht unter einem guten Stern steht, wie Wahrsager angeblich sagen. Auch wirtschaftlich soll es in China und dem Rest der Welt nicht gerade einfacher werden.

Bei allen Disharmonien rechnen Astrologen allerdings auch mit Fortschritt und Erneuerung. Nach der Wiederwahl von Präsident Barack Obama in den USA, dem vollzogenen Generationswechsel in der Führung in China, dem Regierungswechsel in Japan, der Wahl einer Präsidentin in Südkorea und der im September bevorstehenden Bundestagswahl beginnt im Schlangenjahr auch weltpolitisch eine neue Phase.

Wer im Jahr der Schlange geboren ist, gilt als klug, tiefsinnig und logisch denkend. Unter ihrer Haut sollen Wachsamkeit, Geschwindigkeit und manchmal auch Unberechenbarkeit lauern, weil die Schlange unerwartet vorschnellen kann. "Schlangen" wird auch nachgesagt, aalglatt, undurchsichtig und listig zu sein. Im Umgang mit Geld seien Schlangen nicht verschwenderisch, heißt es. Im Beruf werden ihnen Organisationstalent, schnelle Entscheidungen und ein besonderes Gefühl für den richtigen Zeitpunkt nachgesagt.

Berühmte Schlangen sind der Musiker Bob Dylan, der US-Präsident John F. Kennedy, der Philosoph Jean Paul Sartre, der Schauspieler Ben Stiller, Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew, die indische Politikerin Indira Gandhi oder der Opernsänger Placido Domingo. Im zwölfjährigen Zyklus der chinesischen Tierkreiszeichen waren 2001, 1989, 1977, 1965, 1953, 1941 und 1929 Schlangenjahre.