Mitglieder von Falun Gong protestieren im australischen Sydney. Angehörige der Bewegung werden in China nicht nur verfolgt, sondern auch als Organspender missbraucht. - © reuters
Mitglieder von Falun Gong protestieren im australischen Sydney. Angehörige der Bewegung werden in China nicht nur verfolgt, sondern auch als Organspender missbraucht. - © reuters

Wien. Politische Gefangene werden in Straflager gebracht, dort medizinisch untersucht und dann als menschliche Ersatzteillager verwendet. Was wie ein schlechter Horrorfilm klingt, ist Realität in China, wie zahlreiche Experten am Donnerstag bei einem Symposion im Presseclub Concordia betonten. Die tausenden Opfer sind Angehörige verfolgter Gruppierungen wie der Falun Gong Sekte, oder aber auch Tibeter und muslimische Uiguren.

"Menschen werden wie Hühner geöffnet und ihnen die Organe entnommen", berichtet Katharina Grieb, Präsidentin der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte. Lange hat China geleugnet, dass Häftlingen Organe entnommen und reichen Transplantationstouristen aus dem Westen eingepflanzt werden. 2005 schließlich räumte der stellvertretende Gesundheitsminister ein, dass die Organe nur von hingerichteten Straftätern entnommen würden. Doch diese Darstellung stimmt nicht, wie unter anderen Professor Huige Li, Vertreter von "Doctors Against Forced Organ Harvesting" betont. Die Organe von zum Tode verurteilten Straftätern seien oft wegen Hepatitis-Krankheiten, hohen Alkohol- und Nikotinkonsums unbrauchbar. Die Organe von Falun-Gong-Mitgliedern hingegen seien tendenziell gut geeignet, weil diese einem gesunden Lebensstil verpflichtet seien.

Dazu kommt, dass in China die Zahl der Hingerichteten mit der Zahl der Organentnahmen nicht Schritt hält. Auch die Zahl der Verkehrsopfer, denen Nieren oder Leber entnommen werden, ist verschwindend gering.

Der Tod der unfreiwilligen Organspender ist grauenvoll, berichtet Grieb. Die Operationen würden oft bei lebendigem Leibe vorgenommen, "diese Menschen sterben nicht, sie verrecken", so die Menschenrechtsaktivistin. Jeder Patient, der sich ein derart gewonnenes Organ einpflanzen lasse, mache sich eines Verbrechens schuldig.

David Matas ist Menschenrechtsanwalt aus Kanada und beschäftigt sich seit sieben Jahren mit der Materie; er ist Co-Autor des Buches "Blutige Ernte". Matas hat intensiv recherchiert und zahlreiche Beweise für das unmenschliche Tun auf Anweisung der Kommunistischen Partei zusammengetragen. So riefen fingierte Patienten in chinesischen Spitälern an, ob Organe von Falun-Gong-Mitgliedern vorrätig seien. In 15 Prozent der Fälle sei das mit Ja beantwortet worden. Zudem ist erwiesen, dass Mitglieder der Sekte bei Haftantritt Blut- und Organtests über sich ergehen lassen müssen. Ein Grund dafür wird nicht angegeben.