Wien. Die österreichische Journalistin Judith Grohmann hat Zugang zu 16 Anti-Terroreinheiten weltweit bekommen und jüngst das Buch: "In geheimer Mission. Was Polizeispezialeinheiten im Kampf gegen Verbrechen und Terror erleben" veröffentlicht. Die "Wiener Zeitung" hat mit Grohmann gesprochen.

"Wiener Zeitung": In den meisten Anti-Terroreinheiten gibt es bereits Frauen. Konnten Sie herausfinden, wie es denen in einem männerdominierten Metier geht?

Judith Grohmann: Die Frauen haben es nicht leicht, die werden nicht geschont. Die, die mitmachen dürfen, sind extreme Sportlerinnen, die stehen ihren Mann, quasi. Frauen sind nun einmal schwächer, müssen aber trotzdem 40 bis 50 Kilo Ausrüsten mit sich tragen. Aber die schaffen das.

Was treibt diese Frauen an, was ist ihre Motivation?

Das ist eine Passion, die können sich überhaupt nichts anderes vorstellen. Die sind ganz vorne dabei. Im Endeffekt müssen die jeden Bereich beherrschen.

In den USA haben Frauen vor einiger Zeit gerichtlich das Recht erstritten, in der Armee auch an Kampfeinsätzen teilnehmen zu dürfen. Halten Sie das für gut?

Warum nicht, wenn die Frauen sich dafür interessieren, dann muss man ihnen den Weg dafür ebnen.

Was fasziniert Sie persönlich an der Thematik?

Das Geheime, über diese Spezialeinheiten gibt es kaum Information. Auch das psychologische Moment. Ich wollte wissen, wie man Terrorist wird. Mohammed Merah, der Attentäter von Toulouse, wollte unbedingt dazugehören. Aber die Al-Kaida hat gemerkt, dass der überdreht ist und wollte ihn nicht.

Wie bewältigen die Mitglieder der Anti-Terroreinheiten den gewaltigen psychischen Stress, dem sie ausgesetzt sind?

Das Team ist extrem wichtig und der Zusammenhalt stark. Und dann gibt es Psychologen, die sind sehr sehr wichtig. Die arbeiten die Ereignissen etwa mit dem, der schießen musste, auf. Es kann passieren, dass gewisse Emotionen erst nach Jahren zutage treten.

Was passiert mit einem Beamten, der depressiv wird?

Der geht und bekommt einen Schreibtischposten.