Nicaragua  wird von einer Dengue-Epidemie heimgesucht, der bereits 14 Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Regierungssprecherin Rosario Murillo sprach am Donnerstag von acht neuen Fällen pro Stunde. Mehr als 1.000 Menschen wurden bereits in Krankenhäusern behandelt.

Die Krankheit breitet sich nach der jüngsten Erhebung der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (OPS) in Mittelamerika aus. In Honduras erlagen der aktuellen Epidemie mindestens 27 Patienten der Krankheit, in Guatemala sechs und in El Salvador drei.

Hintergrund

Das Dengue-Fieber wird vor allem durch die sehr vermehrungsfreudige Mücke Stegomyia aegypti übertragen. Die Krankheit kann unter anderem die Gelenke angreifen und zum Tode führen. Aufgrund der zunehmenden Verbreitung der Stechmücken ist die Zahl der Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten stark gestiegen. Die Krankheit kommt heute in mehr als 100 tropischen und subtropischen Regionen vor, so etwa in Südostasien, in Afrika und in der Karibik.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rechnet mit 50 bis 100 Millionen Dengue-Fällen pro Jahr.

Manche Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. So veröffentlichten britische Forscher in der Fachzeitschrift Nature eine Studie, nach der es allein im Jahr 2010 weltweit fast 300 Millionen unentdeckte Fälle gegeben haben soll.

Noch gibt es keinen zugelassenen Impfstoff gegen das Dengue-Fieber. In Brasilien wurden gentechnisch veränderte Mücken-Männchen freigesetzt, deren Nachkommen rasch zugrunde gehen. Der Versuch ist nicht zuletzt wegen der unabsehbaren Folgen umstritten.