Guantanamo. (vee/ag) Weil ihre Musik angeblich im Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba gespielt wurde, schrieb eine kanadische Rockband den USA eine Rechnung über 666.000 Dollar. Die Band Skinny Puppy habe von einem Ex-Gefängniswärter der US-Militärbasis auf Kuba erfahren, dass ihre Stücke bei der Folter von Gefangenen gespielt wurden. Skinny Puppy zählt zu den Pionieren der Industrial-Musik. 666 gilt als die Zahl des Antichristen.

"Ich bin nicht nur gegen die Tatsache, dass sie anderen mit unserer Musik Schaden zufügen, sondern sie tun es auch ohne jegliche Genehmigung", sagte der Keyboarder der Band, die nun eine Klage gegen das US-Verteidigungsministerium erwägt. Diesem liege allerdings keine Rechnung der Band vor, sagte ein Pentagon-Sprecher der dpa am Donnerstag. Die Vorschriften der US-Armee erlaubten zudem weder Schlafentzug noch Sinnesberaubung. Eine überparteiliche Kommission hatte aber im April 2013 schwere Vorwürfe gegen die US-Regierung erhoben. Terrorverdächtige seien gefoltert oder mit grausamen, unmenschlichen Praktiken verhört worden. Dazu habe auch die Dauerberieselung mit Musik gehört.

Noch vor Skinny Puppy hatte die US-amerikanische Metal-Band Metallica das Militär dazu aufgefordert, ihre Musik nicht mehr in Guantanamo zu verwenden. Laut dem "Wall Street Journal" wird aber nicht nur Heavy Metal für Verhöre verwendet. Auch Bruce Springsteens "Born in the USA" oder das Kinderlied "I love you" eines Plüschdinosauriers sollten die Inhaftierten brechen.