Perth. Ein australisches Schiff, das auf der Suche nach dem verschollenen malaysischen Flugzeug Boeing 777 ist, hat Signale aufgenommen, die von einer - vielleicht sogar der - Blackbox stammen. Am Montag hieß es in Perth, es sei die bisher vielversprechendste Spur in der schon seit einem Monat andauernden Suchaktion.

Konkret hat die im Schlepptau des Schiffes "Ocean Shild" mitgezogene "Pinger-Aufspürmaschine" der US Navy Signale in einem Areal 1680 Kilometer nordwestlich von Perth registriert. Diese Stelle ist laut den Daten von Satelliten auch jene, die als die wahrscheinlichste für den Ort des Flugzeugabsturzes gilt.

"Ich bin viel optimistischer, als ich es noch vor einer Woche war", erklärte Angus Houston, Koordinator der australischen Suchaktion bei einer Pressekonferenz in Perth. Er gab aber zu bedenken, dass die Wrackteile sowie die Blackbox noch gefunden werden müssten, bevor man mit Sicherheit sagen könnte, dass es sich um den Absturzort handelt.

"Wir haben nun ein sehr genau definiertes Suchareal, das uns hoffentlich die Information geben wird, die wir brauchen, um sagen zu können, dass der Flug MH370 hier in das Wasser gestürzt ist."

Unbemanntes Vehikel


Wenn die Signale noch weiter eingeengt werden können, würde ein unbemanntes Unterwasser-Vehikel namens Bluefin 21 losgeschickt werden, um am Meeresgrund nach den Wrackteilen zu suchen, erklärte Houston. Das Areal hat eine Tiefe von 4,5 Kilometern, was die technischen Möglichkeiten des Bluefin-Vehikels nicht übersteigt. "Es liegt noch viel Arbeit vor uns, um einmal bestätigen zu können, dass das Flugzeug an jener Stelle ins Wasser stürzte", sagte Houston. "Das ist eine vielversprechende Spur, aber wir haben das Flugzeug noch nicht gefunden."

Klarheit werde es nur geben, wenn das Wrack des Langstreckenjets auf dem Meeresgrund geortet sei. Dazu werde man zu gegebener Zeit ein kleines Unterwasserfahrzeug mit entsprechender Kamera einsetzen, um hoffentlich Fotos des Wracks zu erhalten.

Die Blackbox könnte durch Audio-Aufnahmen aus dem Cockpit sowie Flugdaten über Geschwindigkeit und Route des Fluges Aufschluss darüber geben, was der Grund für das mysteriöse Verschwinden der Boeing 777 war, die mit 227 Passagieren und 12 Crew-Mitgliedern am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking war und seitdem vom Radar verschwunden ist.

Die Behörden haben bisher technische Probleme nicht ausschließen können, allerdings heißt es offiziell, dass die bisher bekannten Details, nämlich die offenbar manuelle Ausschaltung der Kommunikation, darauf hindeuten, dass das Flugzeug absichtlich von der vorgegebenen Route abwich.

Der malaysische Transportminister Hishammuddin Hussein erklärte in Kuala Lumpur, er wäre "optimistischer" bei den kürzlich georteten Signalen, als er es bei den anderen Spuren zuvor war - also den per Satellit gesichteten Brocken im Meer, die sich aber als Müll, nicht als Wrackteile herausgestellt haben.

Das erste "Ping"-Signal wurde ganze zwei Stunden registriert, bevor das Schiff "Ocean Shield" den Kontakt verloren hatte. Danach wurde das Ping aber nochmals für 13 Minuten gehört, berichtete Angus Houston. Bei dieser Gelegenheit wurden sogar zwei verschiedene Ping-Signale registriert. "Das wäre ein Zeichen dafür, dass die Signale sowohl von dem Flugdaten-Recorder als auch vom Audio-Recorder übertragen werden", erklärte Houston.

Die Zeit droht davonzulaufen. Weil die Batterien der Blackbox in der Regel nur für etwa 30 Tage reichen, könnte die Blackbox der Boeing 777 mit gestern, Montag, aufhören zu senden. Danach dürfte es noch schwerer werden, Reste des Malaysia-Airlines-Flugzeugs zu finden.

Zwei Suchareale


Die Signale, die von dem australischen Schiff registriert worden sind, sind offenbar an anderer Stelle geortet worden als jene, die am Wochenende von dem chinesischen Schiff "Haixun 01" bemerkt worden waren - nämlich am Freitag als auch am Samstag. Dieses zweite Areal wird ebenfalls weiter gesucht. Auch dieses Areal könnte den Radar- und Satellitendaten zufolge der Ort sein, an dem das Flugzeug abgestürzt ist, er liegt 1550 Kilometer nordwestlich von Perth. Die zwei Suchareale sind 600 Kilometer voneinander entfernt.

Houston erklärte, es gebe kein Problem mit der Kooperation zwischen Australien und China. Davor hatte es Kritik gegeben, dass Australien erst von dem Fund Chinas über die Nachrichtenagentur Xinhua erfahren hatte.