Genf. Weltweit haben heute viel mehr Kinder die Aussicht auf ein langes Leben als früher. Ein 2012 geborenes Kind wird nach Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Durchschnitt sechs Jahre älter als ein Mensch, der 1990 zur Welt kam. Dies sei maßgeblich durch Erfolge im Kampf gegen Kindersterblichkeit und gegen eine Reihe von Krankheiten erreicht worden, teilte die WHO am Donnerstag in Genf mit. Nach wie vor werden Frauen älter als Männer - im internationalen Durchschnitt um 4,6 Jahre. Bei den Frauen steht Japan mit durchschnittlich 87 Jahren an der Spitze, bei den Männern ist es Island mit 81 Jahren. Die Statistik bezieht sich auf Vorhersagen für den Geburtsjahrgang 2012.

Österreich nicht in Top Ten


Mit 83 Jahren bei den Frauen und 78 Jahren bei den Männern zählt Österreich nicht zur Gruppe der Top Ten. Genauso hoch ist die Lebenserwartung in Deutschland, Irland, den Niederlanden, Portugal, Großbritannien, Finnland und Griechenland. Auch in Österreich hat sich die Lebenserwartung seit 1990 deutlich verbessert. Damals lagen die Werte bei 79 Jahren für Frauen und 72 Jahren für Männer. Am ältesten werden mit im Schnitt 84 Jahren die Japaner, Schlusslichter sind die afrikanischen Staaten Sierra Leone (46) und Lesotho (50).

Die größten Fortschritte wurden zwischen 1990 und 2012 in den armen Regionen der Welt erreicht: Um neun Jahre stieg laut WHO die Lebenserwartung in Entwicklungsländern. "Jedoch gibt es immer noch eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich", sagte die WHO-Chefin Margaret Chan. "Menschen in Ländern mit hohen Einkommen haben eine viel bessere Chance, lange zu leben, als jene in Ländern mit geringen Einkommen."