Nach der Steinigung seiner schwangeren Tochter in der ostpakistanischen Metropole Lahore hat der Vater der 25-Jährigen die Tat als gerechtfertigt verteidigt. Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch, der Vater habe die Tötung seiner Tochter am Vortag gestanden. Er habe zur Begründung angegeben, dass deren Liebesheirat Schande über die Familie gebracht habe.

Zwei Tage nach der brutalen Tat hat Regierungschef Nawaz Sharif die Behörden zum "sofortigen Handeln" aufgerufen. "Dieses Verbrechen ist vollkommen inakzeptabel", erklärte der Premierminister am Donnerstag. Er forderte für den Abend einen Bericht der regionalen Behörden an.

Der Vater und andere Verwandte und der Ex-Verlobte der Frau hatten dem Opfer am helllichten Tag vor dem Höchsten Gericht in der ostpakistanischen Metropole Lahore mit Ziegelsteinen den Schädel eingeschlagen.

Nach dem sogenannten "Ehrenmord" wurde zunächst nur der Vater festgenommen. Die Polizei suchte am Mittwoch weiter nach den anderen Tätern. Nach Angaben der Polizei war die 25-Jährige, die im Jänner gegen den Willen ihrer Familie geheiratet hatte, im dritten Monat schwanger.

Die Steinigung sorgte in Pakistan und auch international für Entsetzen. "Ich bin zutiefst schockiert über den Tod von Farzana Parveen", erklärte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Die 25-Jährige sei wie so viele andere Pakistanerinnen auf brutale Weise umgebracht worden, "nur weil sie den Mann ihrer Wahl geheiratet hat".

Pakistanische Menschenrechtler beklagten nach der Tat ein Klima der Angst und des zunehmenden religiösen Extremismus in Pakistan. "Die Leute haben Angst, ihre Meinung zu äußern, weil die befürchten, der Blasphemie oder des Verstoßes gegen den Islam beschuldigt zu werden", sagte die Feministin Samina Rehman.