Juba. Die anhaltende Gewalt im Südsudan könnte nach Einschätzung von Hilfsorganisationen in wenigen Wochen zu einer immensen Hungersnot führen. Sollten nicht rasch Hilfsgelder in großem Umfang bereitgestellt werden, seien "Millionen Menschen" in mehreren Teile des Landes bereits ab August davon bedroht, teilte das Disasters Emergency Committee (DEC), ein Dachverband britischer Organisationen, mit.

Den Helfern stehe derzeit "weniger als die Hälfte" der zur Vermeidung einer Hungersnot benötigten Mittel zur Verfügung, hieß es am Donnerstag. Der Südsudan ist der weltweit jüngste Staat, erst im Jahr 2011 erlangte er seine Unabhängigkeit vom Sudan. Mitte Dezember eskalierte ein seit Jahren schwelender Machtkampf zwischen Präsident Salva Kiir und seinem Rivalen Riek Machar, blutige Kämpfe waren die Folge. Die Feindschaft der beiden Politiker wird dadurch verschärft, dass sie unterschiedlichen Volksgruppen angehören.

In dem Konflikt wurden bereits tausende Menschen getötet, mehr als eineinhalb Millionen weitere befinden sich auf der Flucht. Von zugesagten Hilfsgeldern aus aller Welt gingen bei den Vereinten Nationen bislang nur etwa zwei Fünftel ein. Es fehlt damit von den zugesagten Mitteln noch mehr als eine Milliarde Dollar (etwa 760 Millionen Euro)