Lahore. Wegen der Steinigung einer schwangeren Frau in Pakistan sind fünf Männer angeklagt worden, vier aus engstem Familienkreis. Der Vater, zwei Brüder, ein Cousin und ein Ex-Mann müssten sich wegen "Mordes, Folter und Terrorismus" verantworten, sagte Polizeiermittler Mian Zulfiqar am Samstag. Für Montag seien mehrere Zeugen vor Gericht geladen worden.

Farzana Parveen war im Mai von ihren Angehörigen vor einem Gerichtsgebäude in Pakistans zweitgrößter Stadt Lahore am helllichten Tag gesteinigt worden, ohne dass Polizisten dazwischen gingen. Die 25-Jährige war im dritten Monat schwanger. Sie wollte in einem Prozess gegen ihren Ehemann Mohammad Iqbal als Zeugin für ihn aussagen. Ihre Familie hatte ihm vorgeworfen, die junge Frau entführt und zur Heirat gezwungen zu haben.

Der Fall sorgte international für Entsetzen. Die Vereinigten Staaten verurteilten die Tat als "abscheulich". Pakistans Regierungschef Nawaz Sharif rief die Behörden zum "sofortigen Handeln" auf. In Pakistan werden jedes Jahr hunderte Frauen bei sogenannten Ehrenmorden getötet.