Hiroshima. Nach den verheerenden Erdrutschen in der westjapanischen Stadt Hiroshima ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. Weitere 38 Menschen wurden vermisst, wie die örtliche Polizei am Sonntag mitteilte. Neue Regenfälle behinderten die Suche nach Überlebenden. Auch auf der Insel Rebun rund 1.350 Kilometer nordöstlich von Hiroshima gab es Erdrutsche nach Unwettern, bei denen zwei Frauen getötet wurden.

Rund 3.000 Rettungskräfte, darunter Feuerwehrleute, Polizisten und Soldaten, suchten in Hiroshima in Schlamm und Trümmern nach möglichen Überlebenden. Ein 83-jähriger Mann wurde am Sonntag tot geborgen, womit die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 50 stieg. Wie der Rundfunksender NHK berichtete, wurde die Suche in der Früh wegen erneuter Regenfälle für sieben Stunden unterbrochen. Angesichts der anhaltenden Niederschläge stieg die Angst vor weiteren Erdrutschen.

1.700 Menschen in Notunterkünften

Nach tagelangem Regen waren in der Nacht auf Mittwoch rund 30 Erdrutsche fast zeitgleich auf Hiroshimas Stadtrandgebiete niedergegangen und hatten dutzende Holzhäuser unter sich begraben oder fortgerissen. Rund 1.700 Menschen waren am Sonntag vorerst weiter in öffentlichen Notunterkünften untergebracht. Evakuierungsanordnungen und -warnungen der Stadtverwaltung galten für insgesamt 164.000 Menschen im Katastrophengebiet.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte indes einen geplanten Besuch per Hubschrauber in Hiroshima ab. Wegen der sich verstärkenden Regenfälle wurde Medienberichten zufolge befürchtet, dass der Besuch Abes die Such- und Rettungsarbeiten noch komplizierter machen könnte. Der Regierungschef war von der Opposition und einigen Medien dafür kritisiert worden, dass er unmittelbar nach Beginn der Katastrophe zunächst weiter Golf in seinem Ferienort gespielt hatte.

Auch die abgelegene Insel Rebun westlich der nordjapanischen Hauptinsel Hokkaido wurde von Unwettern heimgesucht. Dort fielen binnen 24 Stunden 18 Zentimeter Regen, wie der örtliche Wetterdienst mitteilte. Grund war ein Tiefdruckgebiet, das unabhängig von der Regenfront im Westen des Landes heranzog.