New York. Im Kampf gegen den Klimawandel hat China ein stärkeres Engagement und mehr finanzielle Beteiligung versprochen. "Wir werden noch größere Anstrengungen unternehmen, um dem Klimawandel entgegenzutreten", sagte der chinesische Vizepremier Zhang Gaoli am Dienstag beim UN-Klimagipfel am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York. 

"China muss eine Antwort auf den Klimawandel finden, um sich nachhaltig zu entwickeln und seinen internationalen Verpflichtungen nachzukommen", sagte Gaoli. Der UNO versprach Zhang mehr Geld im Kampf gegen den Klimawandel. Außerdem kündigte er neue konkrete Einsparungsziele für sein Land an. "Sobald möglich werden wir unsere Maßnahmen in dieser Hinsicht für die Zeit nach 2020 ankündigen." Beim Klimagipfel in Paris 2015 wolle China konstruktiv mitarbeiten. Bisher hatte sich das Land stets gegen verbindliche Treibhausgas-Minderungsziele gesperrt.

Obama mahnt zur Eile

Nach einem Treffen mit dem chinesischen Vize-Premier sagte US-Präsident Obama, die Welt müsse sich der "dringenden und wachsenden Bedrohung" durch den Klimawandel stellen. Eine besondere Verantwortung liege bei den USA und China, die für den größten Ausstoß von Treibhausgasen verantwortlich sind. "Wir wissen, was wir tun müssen, um nicht wieder gutzumachenden Schaden abzuwenden. Wir müssen die CO2-Verschmutzung in unseren Ländern reduzieren, um die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels zu verhindern", sagte der US-Präsident. Außerdem müsse sich die Welt für jene Folgen der Erderwärmung wappnen, "die wir leider nicht länger vermeiden können".

Bei seinem Amtsantritt im Jahr 2009 hatte Obama versprochen, dass die USA unter ihm eine Führungsrolle im Kampf gegen die Erderwärmung einnehmen würden. Ein Gesetz zum Emissionshandel scheiterte aber im Sommer 2010 im US-Kongress.

"Unsere Zeit zum Handeln läuft aus"

Der Vorsitzende des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, mahnte zu Taten. "Unsere Zeit zum Handeln läuft aus", sagte er. Ansonsten drohten unter anderem Wasser- und Lebensmittelmangel. Geld sei keine Ausrede. "Uns wird gesagt, dass der Kampf gegen den Klimawandel zu teuer sein wird. Das stimmt nicht. Wartet ab, bis wir die Rechnung für das Nichthandeln bekommen."

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff forderte ein ambitioniertes und ausgeglichenes Abkommen zum weltweiten Klimaschutz. "Die Industrieländer verdanken das Wohlstandsniveau ihrer Gesellschaften historisch gesehen einem Entwicklungsmodell, das auf hohen Emissionen von klimaschädlichen Gasen basiert", sagte Rousseff. Dabei seien Wälder abgeerntet und umweltschädliche Praktiken angewendet worden. "Wir wollen dieses Modell nicht wiederholen."

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace forderte Taten von der Politik. "Das Problem ist klar und die Lösung steht bereit. Wenn wir jetzt beginnen, aus Öl und Kohle auszusteigen, können wir bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umsteigen", sagte Klimaexperte Martin Kaiser. Die Organisation hatte nach eigenen Angaben die Forderung "Hört auf die Menschen - nicht die Verschmutzer" in neun Sprachen auf das UN-Gebäude projiziert.