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Berlin/Wien. (vee/gral) "Ja, die Lage ist ernst", heißt es im Vorwort des "Living Planet Report 2014", der am Dienstag von der Naturschutzorganisation Word Wild Fund for Nature (WWF) präsentiert wurde. Der Bericht, der alle zwei Jahre den Gesundheitszustand der Erde darlegt, alarmiert: "Wenn wir unsere grundlegende Abhängigkeit von den Ökosystemen verleugnen, setzen wir die sozialen und wirtschaftlichen Errungenschaften auf Spiel." Laut dem WWF steht die Erde aufgrund der Folgen des menschlichen Handelns kurz vor dem Burn-out.

Einer der gravierendsten Gründe ist, dass weltweit seit 40 Jahren mehr natürliche Ressourcen verbraucht werden, als die Erde erneuern kann. Laut dem Bericht des WWF haben wir heute den Punkt erreicht, an dem eineinhalb Erden nötig wären, um den aktuellen globalen Bedarf an Ressourcen bereitzustellen. Macht die Menschheit weiter wie bisher, bräuchte es 2030 bereits zwei komplette Planeten, damit die Welt in der jetzigen Form weiter existieren kann.

Freilich divergiert der Ressourcenverbrauch von Land zu Land. Würden alle Menschen so leben wie im Ölscheichtum Kuwait, bräuchte die Menschheit fast sechs Planeten. Ländern wie Nepal oder Pakistan kämen hingegen mit nicht einmal einem halben Planeten aus. Und auch wenn sich Österreich Umweltschutz und Nachhaltigkeit an die Fahnen heftet: Würden alle leben wie Österreicher, bräuchte die Menschheit 3,1 Planeten, um die Bedürfnisse aller Menschen zu decken.

Mehr als die Hälfte (57 Prozent) des ökologischen Fußabdrucks - dieser wird in globalen Hektar berechnet und illustriert das Maß der Ressourcennutzung, also wie stark der Mensch das Ökosystem beansprucht - fallen in Österreich auf die Freisetzung von CO2. Dieses heizt den Klimawandel an und versauert die Meere. Insgesamt liegt Österreichs Pro-Kopf-Fußabdruck auf Platz 17 von 152 untersuchten Ländern. Die massivste Herausforderung für die Erde ist die stark ansteigende Weltbevölkerung. Zwar hat sich die biologisch produktive Landfläche, auch Biokapazität genannt, zwischen 1961 und 2010 aufgrund von effizienterer Landwirtschaft von 9,9 auf 12 Milliarden globale Hektar (gha) vergrößert. Gleichzeitig stieg aber die Erdpopulation von 3,1 auf 7 Milliarden Menschen an. Dadurch sank die pro Kopf verfügbare Biokapazität von 3,2 auf 1,7 gha. Wächst die Weltbevölkerung wie prognostiziert bis 2050 auf 9,6 Milliarden Menschen, wird jedem Menschen noch weniger Biokapazität zur Verfügung stehen.