Dallas. Nach der ersten Ebola-Diagnose bei einem Patienten in den USA tritt immer klarer zutage, dass in dem zuständigen Spital in Dallas schwere Fehler begangen wurden. Der Ebola-Infizierte hatte sich erstmals am 26. September mit Symptomen in das Texas Health Presbyterian Hospital begeben, ist aber nicht auf Ebola untersucht und mit Medikamenten wieder nach Hause geschickt worden. Wie das Onlineportal "Dallas News" berichtete, soll er einer Krankenschwester gesagt haben, dass er aus Afrika eingereist sei. Da er nur Fieber und Bauchschmerzen gehabt habe, hätten ihm die Mitarbeiter der Notaufnahme Antibiotika verabreicht und ihn nach Hause geschickt. Die Information sei innerhalb des Spitals nicht weitergegeben worden, zitierte die "New York Times" einen Vertreter des Krankenhauses.

Erst als sein Neffe die US-Gesundheitsbehörde CDC kontaktiert habe, sei der Mann behandelt worden, berichtete der Sender NBC. Im Krankenhaus wurde er dann positiv auf Ebola getestet.

Zuvor soll er Kontakt mit bis zu 100 Personen gehabt haben, teilte die texanische Gesundheitsbehörde am Donnerstagabend mit. Vier Familienangehörige des Patienten wurden angewiesen, als Vorsichtsmaßnahme ihre Wohnung nicht zu verlassen.

Es ist weltweit der erste Fall, bei dem ein Mensch sich in Afrika mit Ebola infizierte und dann außerhalb des Kontinents erkrankte. Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf einen Nachbarn des Mannes, dass dieser in der liberianische Hauptstadt Monrovia einer sterbenden infizierten Frau geholfen habe. Vor über zehn Tagen flog er dann aus Liberia in die USA, um Verwandte zu besuchen.

Ebola-Patient in Frankfurt


Indes bereitet sich das Universitäts-Klinikum Frankfurt auf die Behandlung eines Ebola-Patienten vor. Die Aufnahme des Kranken sei für den heutigen Freitag geplant, sagte ein Sprecher des Krankenhauses am Donnerstagabend. Nach Angaben der hessischen Landesregierung hat sich der Patient außerhalb Europas infiziert und soll zur Behandlung nach Frankfurt geflogen werden. Laut "Bild"-Zeitung soll es sich bei dem Patienten um einen Kinderarzt aus Belgien handeln, der in Westafrika arbeitete.

Hoffnungsschimmer


Unterdessen sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) leichte Anzeichen für eine Besserung der Ebola-Situation in Westafrika. In den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone sei die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen die zweite Woche in Folge gesunken, teilte die Organisation in Genf mit. Grund für den Rückgang sei in erster Linie Monrovia. In der vergangenen Woche sei in der Hauptstadt Liberias keine einzige Neuerkrankung gemeldet worden. Allerdings werden nicht alle Infektionen den Behörden mitgeteilt.

Derzeit wird intensiv an einem wirksamen Schutz gegen Ebola gearbeitet: Mindestens 1500 Dosen eines experimentellen Ebola-Impfstoffes sollen bereits Anfang 2015 für medizinisches Personal und andere Helfer in Westafrika eingesetzt werden. Kanada spendete der Weltgesundheitsorganisation die Substanz, die erstmals in den nächsten Tagen in den USA an gesunden Probanden getestet werden soll. Tests mit einem zweiten Erfolg versprechenden Impfstoff laufen bereits seit September in den USA und Großbritannien.