- © epa/Made Nagi
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Bangkok. (ce) Der Unternehmer Tony Fernandes hat schon viele Aufgaben übernommen: Beim englischen Fußballverein Queens Park Rangers hat er das letzte Wort, ebenso moderierte die malaysische Version der Manager-Casting-Show Big Boss. Daneben managt er eine der größten Billigfluglinien der Welt: AirAsia. Doch seitdem am Sonntag ein Airbus A320 seiner Fluggesellschaft mit 162 Menschen an Bord zwischen Indonesien und Singapur verschwunden ist, muss der schillernde Unternehmer eine neue Herausforderung meistern: Die des Seelsorgers und Krisenmanagers. Mit Ringen unter den Augen eilt der 50-Jährige durch das Krisenzentrum am Flughafen von Surabaya von Sitzung zu Sitzung, zwischendurch spricht er immer wieder mit den Angehörigen. Und er twittert über seine Gefühle: "Wir müssen jetzt stark sein."

Der Aktienkurs von AirAsia ist am Montag zeitweise um 13 Prozent eingebrochen. Investoren befürchten ein Debakel wie nach dem Verschwinden des Malaysia-Airlines-Fluges MH370 im März. AirAsia könnte seinen Ruf als sichere Fluglinie verlieren. Und Fernandes sein Image als offener und transparenter Unternehmer.

Mit AirAsia war Fernandes ein Wagnis eingegangen. Für ein paar Cent kaufte er 2001 die Fluggesellschaft auf, die damals nur zwei Flugzeuge, aber mehrere Millionen Euro Schulden, hatte. Für sein Startkapital nahm er eine Hypothek auf sein Haus auf - obwohl Fernandes keine Ahnung vom Luftfahrtgeschäft hatte. Zuvor war er für das Südostasiengeschäft der amerikanischen Plattenfirma Warner Music Group zuständig. Doch während das Internet die Musikkonzerne bedrohte, sah Fernandes eine neue Chance. Die in Europa aufkommenden Billigflieger müssten in Asien noch bessere Chancen haben: Schließlich sind dort die Straßen schlechter, die Wege länger und die Menschen ärmer. Fernandes sollte Recht behalten - er revolutionierte die Luftfahrt in Asien.

Zu AirAsias Erfolg trägt auch Fernandes selbst bei, der sich zum wichtigsten Markenbotschafter des Unternehmens gemacht hat. Immer wieder fällt er mit skurrilen PR-Aktionen auf: So verlor Richard Branson, der Gründer von Virgin Air, eine Wette gegen ihn. Branson musste daraufhin in einer Air-Asia-Stewardessenuniform zu einem Pressetermin erscheinen.