Vatikanstadt. Das Ordensleben verlangt nach den Worten von Papst Franziskus die völlige Selbsterniedrigung im Dienst der Menschen. Ein "Ordensleben light" bleibe bloße "Karikatur", sagte er laut Kathpress am Montag vor mehreren Tausend Ordensleuten im Petersdom.

"Für einen Ordensmann bedeutet das Vorwärtsgehen, sich zum Dienen zu bücken", so der Papst bei der Eucharistiefeier anlässlich des Welttags des geweihten Lebens am 2. Februar. "Das ist ein Weg wie der Jesu, der 'nicht daran festhielt, wie Gott zu sein' (Phil 2,6)." Dieser Weg bedeute konkret: "Sich bücken, um ein Diener zu werden, um zu dienen."

Franziskus ging in seiner Predigt von der "Ikone der Mutter Maria" aus, "die mit dem Jesuskind im Arm nach Jerusalem geht". Die Arme der Mutter seien "wie die Treppe, über die der Sohn Gottes zu uns heruntersteigt", formulierte er. Das Evangelium, in dem sich Jesus vor den Menschen erniedrigt habe, sei der wichtigste Leitfaden für die Mitglieder katholischer Orden. Wer diesem Weg folgt, der finde die wahre Freude, so Papst Franziskus.

Unendliche Kreatität des gebückten Dienens

Aus der "unendlichen Kreativität" des Heiligen Geistes würden laut Franziskus die unterschiedlichen Regeln und Charismen der Gründer entstammen, "die alle aus der Nachfolge Christi kommen, aus diesem Weg des gebückten Dienens". Den Gehorsam von Ordensleuten, die konsequent diesem Weg folgten, verwandle Gott schließlich in Weisheit. Dieser Gehorsam gegenüber der Regel und der Kirche müsse jedoch "konkret" statt bloß "theoretisch" sein, forderte der Papst.

Die katholische Kirche begeht derzeit ein "Jahr der Orden". Weltweit gibt es nach Vatikanangaben rund 900.000 katholische Ordensleute. Mehr als zwei Drittel aller Ordensleute, nämlich 700.000, sind weiblich. Gerade Frauenorden leiden allerdings seit Jahren unter einem deutlichen Rückgang bei den Eintritten.