Bogota/Quito. Mia Farrow steckte die in einem ölverschmierten Handschuh steckende Hand in die Höhe. Das Bild der bekannten US-Schauspielerin aus dem ecuadorianischen Regenwald ging durch US-amerikanische und lateinamerikanische Medien. Inmitten eines der kostbarsten Ökosysteme der Welt wurde sie zur prominenten Zeugin eines der schwersten Umweltvergehen der vergangenen Jahre. Eine Tochterfirma des US-amerikanischen Erdölkonzerns Chevron hat hier eine Schneise der ökologischen Verwüstung hinterlassen. Das ist unstrittig. Wie hoch der tatsächliche Schaden ist, darüber streiten sich aber die Parteien. Bis heute versucht die ecuadorianische Regierung von dem Konzern Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe einzutreiben, die Chevron nicht bereit ist zu zahlen.

Deshalb hat das südamerikanische Land auf prominente Hilfe aus den USA gesetzt, die an das Gewissen der US-amerikanischen Öffentlichkeit appellieren und somit den Druck auf den Konzern erhöhen soll. Sie sei gekommen, um ihre Unterstützung für die indigene Bevölkerung zu demonstrieren, sagte Farrow den Journalisten bei ihrem Besuch im vergangenen Jahr. Es war ein bis ins letzte Detail perfekt inszenierter Auftritt, der keinen Zweifel daran lassen sollte, wer auf der Seite des Guten und wer auf der Seite des Bösen steht.

Klage gegen Sharon Stone

"Ist Mia nicht wunderbar", zeigte sich Ecuadors Staatspräsident Rafael Correa damals beeindruckt. "Was für eine Bescheidenheit und was für eine Solidarität", zitierten ihn Medien begeistert. Danach kam aber heraus, dass sich Farrow für ihr herzerweichendes Engagement für Ecuadors Regenwald und deren Ureinwohner fürstlich entlohnen ließ: Rund 188.000 US-Dollar soll die inzwischen 70 Jahre alte Unicef-Sonderbotschafterin für ihren Ecuador-Trip erhalten haben. Später bestätigte Farrow ein Honorar bekommen zu haben, allerdings nicht in dieser Höhe.

Auch Sharon Stone stand auf der Liste der US-Stars, die sich in Ecuador möglichst betroffen zeigen sollten. Rund 300.000 US Dollar sei der Deal schwer gewesen, inklusive "Diva-Bonus" mit First-Class-Flügen und Luxushotel. Auch ein publikumswirksames Treffen mit Präsident Correa sowie dessen Stellvertreter sei im gebuchten Betroffenheitspaket vorgesehen gewesen, berichten nun Medien aus den USA und Ecuador. Stone konnte allerdings den Trip wegen einer Erkrankung nicht antreten und wird nun ihrerseits auf Schadenersatz wegen nicht erbrachter Leistung verklagt. Das berichtet die regierungskritische Tageszeitung "El Universo". Ein Anwalt bestätigte dem Blatt die Klage gegen Stone.