Zehn Tage nach dem verheerenden Erdrutsch in Guatemala ist die Zahl der geborgenen Toten nach offiziellen Angaben auf 271 angestiegen. Dies teilte die guatemaltekische Staatsanwaltschaft am Samstag (Ortszeit) über Twitter mit. Noch immer werden Menschen vermisst. Nach Angaben des Katastrophenschutzes Conred können mehr als 350 noch unter dem Schlamm liegen.

Die Rettungsarbeiten gingen am Wochenende weiter. Am Montag soll entschieden werden, ob sie eingestellt werden und die Unglücksstelle zu einem Friedhof erklärt wird. Ein von der mexikanischen Regierung entsandtes Notfallteam war bereits am Freitag abgezogen worden.

Durch Regenfälle ausgelöst

Tagelange starke Regenfälle hatten den Erdrutsch in der hauptsächlich von Armen bewohnten Siedlung Cambray II am Rande von Guatemala-Stadt ausgelöst. Die Schlammlawine begrub oder zerstörte knapp 200 Häuser. Einige von ihnen wurden bis zu 15 Meter weit bewegt, wie ein Mitglied der Rettungsmannschaften der Zeitung "Prensa Libre" sagte.

Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen mutmaßlicher Fahrlässigkeit der Behörden eingeleitet, da wiederholt vor der Gefahr von Erdrutschen in der betroffenen Siedlung gewarnt worden war.