Los Angeles. In Los Angeles sind nach Eingang einer Drohung mehr als 1200 Schulen vorsichtshalber geschlossen geblieben. Etwa 640.000 Kinder und Jugendliche mussten am Dienstag zu Hause bleiben, während die Behörden Durchsuchungen aller Einrichtungen anordneten. Die auf elektronischem Wege empfangene Drohung habe sich gegen zahlreiche, nicht näher benannte Schulen gerichtet, sagte der Leiter der Schulaufsicht, Ramon Cortines. Daher habe er die Schließung veranlasst: "Ich riskiere nicht, Kinder irgendwo in ein Gebäude zu lassen, bis ich weiß, dass es sicher ist."

Der Schulbezirk Los Angeles ist der zweitgrößte der USA. Eltern wurden gebeten, ihre Kinder nicht zur Schule zu bringen. Schüler, die bereits in den Schulen waren, wurden nach Hause geschickt. Das FBI sei informiert worden, teilten die Behörden mit. Laut den Ermittlern gab es am Dienstag auch schon eine erste heiße Spur. So soll die Anschlagsdrohung, in der unter anderem von einem Angriff mit Bomben und Sturmgewehren die Rede ist, zwar über einen Computer im deutschen Frankfurt weitergeleitet worden sein, aber ursprünglich aus den USA stammen.

Eine fast identische Drohung hatte am Dienstag auch die Polizei in New York erhalten - ebenfalls "aus dem Ausland", wie Polizeichef William Bratton sagte. Die New Yorker Polizei behandelte die Drohung aber als groben Unfug. Bratton sprach in diesem Zusammenhang auch von einer "Überreaktion" der Verantwortlichen in Los Angeles. Auch mehrere anonym bleiben wollende Bundesbeamte äußerten sich im Lauf des Tages ähnlich.

Dass die Nerven in Los Angeles so schnell blank lagen, mag auch damit zu tun haben, dass San Bernardino nur rund 100 Kilometer entfernt liegt. Am 2. Dezember hatten der US-Bürger Syed Farook und seine pakistanische Ehefrau Tashfeen Malik hier in einer Sozialeinrichtung 14 Menschen erschossen und mehr als 20 verletzt. Polizisten erschossen die beiden nach einer Verfolgungsjagd.

Später wurde bekannt, dass Malik ihren pakistanischen Freunden bereits 2012 und 2014 - vor ihrer Einreise in die USA - über Facebook Nachrichten schickte, in denen sie ihre Unterstützung für den Dschihad kundtat und ihre Hoffnung ausdrückte, einmal selbst kämpfen zu dürfen. Unmittelbar vor dem Attentat in San Bernardino hatte Malik sich auf Facebook zum IS bekannt.