Vatikanstadt. Der vatikanische Staatssekretär Kardinal Pietro Parolin hat am Dienstag zusammen mit dem italienischen Regisseur und Oscar-Preisträger Roberto Benigni das Interview-Buch von und mit Papst Franziskus vorgestellt. Verfasst wurde das Werk mit dem Titel "Der Name Gottes ist Barmherzigkeit" vom Vatikan-Experten und Journalisten Andrea Tornielli.

40 Fragen stellte der Journalist dem kirchlichen Oberhaupt. Auf dem Umschlag ist der Titel des Buches handgeschrieben vom Papst selber zu sehen. Das Buch erscheint in fünf Sprachen zur selben Zeit in 86 Ländern. Im Juli 2015 wurde das Interview in dem Gästehaus und auch Wohnort des Papstes aufgenommen. Hauptthema des Gesprächs war die "Barmherzigkeit", einem Schwerpunkt im fast dreijährigen Pontifikat Franziskus'.

Offene Arme für Sünder

In dem Buch stellt der Papst die Kirche als "Feldlazarett" dar, welches "die Herzen der Menschen mit Nächstenliebe erwärmt". Das seien auch die Gründe dafür gewesen, ein Jahr der Barmherzigkeit auszurufen, betonte der Papst. Auch wenn die Kirche die Sünde verurteile, so hätte sie immer offene Arme für den Sünder. Keine Sünde, so schlimm diese auch sei, sei nicht zu vergeben. Die Kirche sei also nicht auf dieser Welt, um zu "verurteilen, aber um ein Treffen von inniger Liebe und der Barmherzigkeit Gottes zu ermöglichen."

Das Werk gibt bisher noch unbekannte Einblicke in die Erfahrungen des Papstes als Priester und Bischof. In Zeiten als Erzbischof von Buenos Aries erinnerte er sich an eine Frau, die sich als Prostituierte Geld für den Unterhalt ihrer Kinder verschaffte. Sie bedankte sich beim zukünftigen Papst dafür, dass er sie immer mit "Frau" ansprach.

Papst als Revolutionär

Als "wunderbaren Revolutionär" bezeichnete Benigni ("Das Leben ist schön") den Papst. "Franziskus führt die ganze Kirche zurück zu Jesus und zum Evangelium. In dieser Welt voller Angst und Wut drängt der Papst auf Barmherzigkeit, die einzige Kraft, die stärker als das Böse ist", sagte der Regisseur. Er hatte 2014 mit einer von RAI 1 gesendeten TV-Show zum Thema "Die Zehn Gebote" viel Erfolg geerntet. Zur Show hatte ihm der Papst telefonisch gratuliert.

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