Diyarbakir. (apa) Bei einem Autobombenanschlag auf eine Polizeistation in der südosttürkischen Provinz Diyarbakir sind mindestens sechs Menschen getötet und 39 verletzt worden. Türkische Behörden machen die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für den Angriff im Distrikt Cinar in der Nacht auf Donnerstag verantwortlich. Die PKK hat sich bisher nicht zu dem Anschlag bekannt.

In einer amtlichen Mitteilung hieß es, unter den Toten und Verletzten seien Frauen und Kinder von Polizisten, die in einer Unterkunft hinter der Polizeistation untergebracht waren. Die Nachrichtenagenturen DHA und Anadolu meldeten sechs Tote, darunter ein fünf Monate altes Baby und ein Kleinkind. Gleichzeitig mit der Explosion am Eingang der Unterkunft hätten die Angreifer das Feuer aus Schusswaffen eröffnet, es sei zu einem knapp 40-minütigen Gefecht mit Sicherheitskräften gekommen. PKK-Kämpfer hätten außerdem mit Gewehren und Raketen angegriffen.

500 PKK-Kämpfer getötet


Seit dem Zusammenbruch der Waffenruhe im Sommer eskaliert der Konflikt zwischen türkischer Regierung und PKK. Mitte Dezember begann die Armee eine Offensive, in mehreren Städten gehen Sicherheitskräfte mit Kampfpanzern gegen Anhänger der Jugendorganisation der PKK (YDG-H) vor, die sich in Wohngebieten verschanzt haben.

Im zentralen Viertel Sur in der Kurdenmetropole Diyarbakir sowie in Vierteln der Städte Cizre und Silopi gelten seit Wochen Ausgangssperren. Seit Mitte Dezember sind alleine in Sur, Cizre und Silopi nach Angaben der Armee mehr als 500 PKK-Kämpfer "neutralisiert" worden. Laut der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP kamen in dem Zeitraum in diesen Gebieten rund 100 Zivilisten ums Leben. Menschenrechtler beklagen bei der Offensive gegen die PKK Rücksichtslosigkeit gegenüber der Zivilbevölkerung.