Banda Aceh. Wegen Verstößen gegen islamisches Recht sind in der westindonesischen Provinz Aceh am Dienstag 18 Menschen öffentlich gezüchtigt worden. Unter den Betroffenen, die von einem vermummten Mann mit einem Stock geschlagen wurden, war auch ein junges unverheiratetes Paar, das unerlaubt Zeit miteinander verbracht hatte.

Insgesamt wurden 17 Männer gezüchtigt - sechs von ihnen, weil sie Alkohol getrunken hatten. Die Züchtigung erfolgte auf einer Bühne neben der Moschee der Provinzhauptstadt Banda Aceh und wurde von einer großen Menschenmenge bejubelt. Die Prügelstrafe wird in Aceh regelmäßig angewendet, seit die Provinz ab dem Jahr 2001 das islamische Schariarecht einführte.

Indonesien ist die zahlenmäßig größte muslimische Mehrheitsgesellschaft weltweit. Mehr als 90 Prozent der Einwohner bekennen sich zum islamischen Glauben, die meisten von legen ihn allerdings moderat aus. Die Provinz Aceh bekam nach einem jahrzehntelangen, blutigen Aufstand Autonomie zugestanden. Es die einzige Provinz, in der die Scharia gilt.