Kriegsschäden gibt es auch an anderen Weltkulturerbestätten Syriens. Im Krak des Chevaliers westlich von Homs war eine Einheit der Freien Syrischen Armee stationiert. Wie ist der Zustand der Kreuzfahrerfestung?

Die Burg ist in gutem Zustand. Glücklicherweise wurden die Kampfhandlungen dort im Frühjahr 2014 eingestellt. Die ersten Aufräumarbeiten und Sicherungen des beschädigten Mauerwerks konnten wir bald danach abschließen.

Als Sie zum Generaldirektor für Antiken und Museen ernannt wurden, war es Ihre erste Aufgabe, die archäologischen Objekte aus den Museen des Landes nach Damaskus zu schaffen. Inwieweit gelang das?

Rund 300.000 Artefakte konnten wir auf diese Weise vor Raub und Zerstörung bewahren. Zurzeit sind immer noch 2500 Personen bei der Antikenbehörde angestellt. Sie arbeiten sowohl in den von der Regierung als auch in den von der Opposition kontrollierten Teilen Syriens. Ich bin stolz auf diese Leute, die dazu beitragen, Raub und Zerstörung von Kulturgütern einzudämmen. In den kurdischen Gebieten im Norden werden wir von der YPG unterstützt. Die Raubgrabungen gingen dort drastisch zurück. Wo IS oder Al-Kaida die Kontrolle haben, ist es schwierig. Mit denen können wir nicht zusammenarbeiten. Der IS wirft uns vor, Idole zu schützen. Leuten wie uns schlagen sie den Kopf ab.