Teheran. Nach der Gasexplosion in einem Kohlebergwerk im Nordiran ist die Zahl der Todesopfer auf 35 gestiegen. Das sagte Arbeitsminister Ali Arbei am Donnerstag. Schon in der Früh hatten die Rettungskräfte in der Golestan-Provinz die Hoffnung aufgegeben, die eingeschlossenen 14 Minenarbeiter lebend zu bergen. Mehr als 70 Menschen wurden bei dem Unglück in der Mine Chosh-Bejlagh in Asadschahr verletzt.

Ein Vertreter der Bergbauindustrie in der Provinz Golestan, Resa Bahrami, sagte, bei den Toten handle es sich nicht um "die 32 verschütteten" Kumpel. Vielmehr seien es andere Arbeiter, die zur Rettung ihrer Kollegen in den Stollen gestiegen waren.

Gasexplosion Grund für Einsturz

Das Unglück hatte sich am Mittwoch in einem Bergwerk bei Asad Shahr in der Provinz Golestan ereignet. Bei einer Gasexplosion stürzte ein Teil eines rund tausend Meter langen Stollens ein. Zunächst wurden zwei Todesopfer geborgen, wie die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf Rettungskräfte meldete. 30 verletzte Bergleute wurden in Krankenhäuser eingeliefert.

Wie Provinzgouverneur Hassan Sadeglu laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Irna im Staatsfernsehen sagte, saßen 32 Arbeiter hinter Geröll am Ende des Stollens fest. Nach Angaben des Industrievertreters Bahrami wurden bereits 600 Meter des Stollens freigeräumt. Rettungskräfte versuchten zudem, einen seitlichen Tunnel zu den am Ende eines Stollens eingeschlossenen Bergleuten zu graben. Dem Gouverneur zufolge pumpten die Einsatzkräfte zudem Sauerstoff in den Stollen.

Unglück könnte Präsident Rouhani politisch schaden

Zuvor hatten Behördenvertreter gesagt, der Rettungseinsatz werde durch die hohe Gaskonzentration unter Tage erschwert, selbst die Helfer hätten zu wenig Sauerstoff. Die Helfer befürchteten laut dem Roten Halbmond zudem eine erneute Explosion durch die hohe Konzentration von Kohlenmonoxid.

Der iranische Präsident Hassan Rouhani, der sich bei der Wahl in zwei Wochen um eine zweite Amtszeit bewirbt, schickte seinen Arbeitsminister Ali Rabii zum Unglücksort. Vizepräsident Eshak Jahangiri sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und beauftragte Industrieminister Mohammed Resa Nemazadeh, die Unglücksursache zu untersuchen. Das Unglück könnte Rouhani politisch schaden: Seine Gegner werfen ihm vor, nicht genügend für die ärmeren Bevölkerungsschichten zu tun.