Kapstadt. Südafrikas von der Dürre geplagte Millionenmetropole Kapstadt hat sich auf das Abschalten seiner Wasserversorgung vorbereitet. Dafür wurde ein Krisenzentrum eingerichtet. Die knapp 90 Mitarbeiter müssten Logistik und Planung für die Mitte April drohende "Stunde Null" vorantreiben, sagte Priya Reddy, eine Sprecherin der Stadtverwaltung.

"Stunde Null" am 12. April

Den Behörden zufolge muss bei anhaltend hohem Verbrauch am 12. April die Wasserversorgung eingestellt werden. Wasser würde dann nur noch an 200 Verteilzentren unter Aufsicht von Militär und Polizei an Bürger ausgegeben werden.

15 Liter Trinkwasser pro Tag und Person

Das Krisenzentrum soll die Vorbereitungen für die Wasserausgabestellen vorantreiben. Dort würden Bürger nur noch 25 Liter Trinkwasser pro Tag und Person bekommen, was international als Mindestmaß für Hygiene und Gesundheit gilt. Das Krisenzentrum soll zudem festlegen, welche für die Wirtschaft wichtigen Stadtteile auch nach der "Stunde Null" weiterhin mit Wasser versorgt werden sollten.

Seit 1. Februar sind Kapstadts rund 4,5 Millionen Einwohner sind aufgefordert, pro Tag nur maximal 50 Liter Wasser pro Kopf zu verwenden - für Kochen, Putzen, Waschen, Trinken, Duschen, Klospülen. Zum Vergleich: In Österreich werden pro Person rund 135 Liter Trinkwasser pro Tag verbraucht.

Kapstadt verbraucht derzeit rund 600 Millionen Liter pro Tag. Nur bei einer Reduzierung auf 450 Millionen Liter pro Tag ließe sich demnach die "Stunde Null" noch vermeiden, so die Behörden. Die Wasserreservoire, die Kapstadt normalerweise versorgen, sind wegen einer mehrjährigen Dürre fast leer.

Opposition: "Panikmache"

Kapstadt und die Provinz Westkap werden von der Demokratischen Allianz (DA) regiert. Die Opposition, der Südafrika regierende Afrikanische Nationalkongress (ANC), wirft der DA Panikmache vor. Die "Stunde Null" sei eine Erfindung, um den Leuten Angst zu machen.

Der Wasserverbrauch in Kapstadt hat sich seit Anfang 2016 fast halbiert. Er stagniert aber bei 620 Millionen Litern pro Tag, 120 Millionen Liter über dem Ziel der Stadt.

Starke Sommerregen haben die anhaltende Dürre in vielen Ländern des südlichen Afrikas beendet. Im an der Südspitze des Kontinents gelegenen Kapstadt fällt ein Großteil der Niederschläge jedoch erst im dortigen Winter, also zwischen Mai und September.