Wien/Beirut. Außenministerin Karin Kneissl will die Unterstützung Österreichs für Syrienflüchtlinge im Libanon und anderen Ländern der Region "konsequent" fortsetzen. Dabei gehe es "nicht nur um finanzielle Mittel, sondern vor allem um politische Lösungen in Syrien und um humanitäre Unterstützung für rückkehrwillige Flüchtlinge", teilte Kneissl, die sich derzeit im Libanon aufhält, mit.

Für die nötigen Voraussetzungen brauche es "sowohl politische Reformen in Syrien als auch ganz konkrete Maßnahmen wie Entminung und die Sicherstellung sauberen Trinkwassers", meinte die Außenministerin nach einem Treffen mit ihrem libanesischen Amtskollegen Gebran Bassil in Beirut am Montag. Österreich unterstütze syrische Flüchtlinge und den Libanon als Aufnahmeland vor allem über den EU-Treuhandfonds MADAD. Bei diesem sei Österreich "unter den EU-Mitgliedstaaten der drittgrößte Geber mit bisher 11,5 Mio. Euro", hieß es in der Aussendung. Mit dieser "Hilfe vor Ort" schaffe Österreich und die EU die notwendigen Rahmenbedingungen, "um weitere Fluchtbewegungen aus der Region und nach Europa einzudämmen", so Kneissl.

 Besuch in Byblos

Nach Bassil traf Kneissl am Dienstag auch Staatspräsident Michel Aoun, Premierminister Saad Hariri und dem Parlamentspräsidenten Nabih Berri. Weiters kam sie am Dienstag mit Vertretern der im Libanon tätigen UNO-Organisationen zusammen. Bereits am Montag besuchte die Außenministerin die archäologischen Ausgrabungen in Byblos, an denen auch die Österreichische Akademie der Wissenschaft (ÖAW) beteiligt ist, und hielt einen Vortrag an der Amerikanischen Universität Beirut.

Am Mittwoch will Kneissl dem österreichischen Kontingent bei den "UN Interim Forces" im Libanon (UNIFIL) einen Besuch abstatten. Österreich beteiligt sich laut Außenamt seit 2011 mit einem Logistik- und Transport-Kontingent von derzeit 184 Soldaten an der Mission im Südlibanon, deren Ziel es ist, den Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel zu überwachen.