Vatikan. (kap) Der Vatikan erlebt eine Premiere: Von 3. bis 28. Oktober steht erstmals Jugendliche im Mittelpunkt einer Bischofssynode. Es geht um die Lebenswelt junger Menschen zwischen 16 und 29 Jahren, um ihren Glauben und ihre Lebensentscheidungen.

Im Vorfeld der Jugendsynode im Vatikan haben katholische Jugendorganisationen aus dem deutschsprachigen Raum nach einem Vernetzungstreffen in München Ende September einen gemeinsamen Text veröffentlicht. Dieser enthält fünf Appelle an die Synodenväter: "Erkennt Lebensrealitäten an!", "Teilt Leitungsverantwortung!", "Geht voran!", "Seid solidarisch" und "Seid authentisch Kirche!" Sie wünschen sich neben ihren Anliegen als Jugendliche auch generell mehr Mitsprache von Laien und mehr Frauen in den Führungspositionen.

Im Rahmen der Synode werden am 14. Oktober Papst Paul VI. (1963 bis 1978), der salvadorianische Märtyrer Erzbischof Oscar Romero (1917 bis 1980) sowie der Italiener Nunzio Sulprizio (1817 bis 1836) heiliggesprochen. Sulprizio stammte aus einfachsten Verhältnissen und war Waise. Im Alter von nur 19 Jahren starb er an Knochenkrebs. Davor tröstete er selbst andere Kranke. Bei seiner Seligsprechung 1963 nannte Papst Paul VI. ihn ein Vorbild für junge Menschen.

Was man noch über die Jugendsynode wissen sollte:

  • Was ist eine Bischofssynode?

Die katholische Bischofssynode soll die Weltkirche repräsentieren und die Kollegialität von Papst und Bischöfen unterstreichen. Als ständige Einrichtung wurde sie 1965 von Papst Paul VI. auf Anregung des Zweiten Vatikanischen Konzils geschaffen. Sie hat keine Entscheidungsbefugnis, sondern nur beratende Funktion.

Es gibt drei Arten von Synodenversammlungen: ordentliche und außerordentliche Generalversammlungen der Bischofssynode sowie Sondersynoden. Die aktuelle Jugendsynode ist die 15. ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode. Diese finden üblicherweise alle drei bis vier Jahre statt. Davor tagten in dieser Form zuletzt die Bischofssynoden zu Ehe und Familie (2015) und zu Neuevangelisierung (2012). Die Beratungsergebnisse einer Synode müssen als Schlussdokument dem Papst vorgelegt werden. Auf dieser Basis verfasst er sein sogenanntes Nachsynodales Apostolisches Schreiben.

  • Worum geht es bei der Jugendsynode?

Die Bischöfe wollen sich ein möglichst umfassendes und realistisches Bild vom Leben und Glauben "der Jugend" auf der Welt machen. Gemeint sind "alle Jugendlichen, ohne Ausnahme". Es geht um Antworten auf die Fragen junger Menschen. Die Kirche will Jugendliche begleiten, bei wichtigen Entscheidungen helfen und sie ermutigen, sich in Gesellschaft und Kirche zu engagieren. Ziel der Beratungen ist ein Schlussdokument, über das die Synodenmitglieder auch abstimmen.