Vatikan. (kap)Auch er zweite österreichische Teilnehmer der Jugendsynode ist mit deren Verlauf sehr zufrieden. Insgesamt sei es "die beste" der bisher fünf Synoden gewesen, die er erlebt habe, sagte Wiens Erzbischof Christoph Schönborn am Freitag zur Kathpress in Rom. Er lobte vor allem die offenen Erfahrungsberichte der jugendlichen Auditoren: "Es ist am meisten gelacht worden, es war ein unglaublich herzliches Klima. Allein die Tatsache, dass 270 Bischöfe aus aller Welt drei Wochen lang jungen Menschen zuhören, ist für mich modellhaft."

Für die Zukunft hat der Kardinal einen Wunsch, den er mit vielen teilt: "Dass die Beteiligung von Frauen bei einer Synode größer werden muss, darüber besteht - so glaube ich - große Einmütigkeit." Zur ebenfalls diskutierten Frage, wer abstimmungsberechtigt sein soll, meinte Schönborn wörtlich: "Die Synode ist eine Bischofssynode. In dieser Form hat Papst Paul VI. sie eingesetzt. Natürlich gibt es andere Formen von Synodalität - etwa in Diözesen. Die Frage der Abstimmung durch Nicht-Bischöfe ist, weil es eben eine Bischofssynode ist, ein offenes Thema." Mit dem Instrument einer Vorsynode habe Papst Franziskus die Beteiligung anderer Personengruppen, vor allem der Betroffenen, aber verbessert.

Abstimmung über 40 Seiten

Mit Blick auf eines der kontroversen Synodenthemen meinte der Kardinal: "Es ist heute möglich, unbeschwerter über Jugend und Sexualität zu sprechen. Gleichzeitig nimmt die Engführung auf Sexualität die Realität von Jugendlichen viel zu eng wahr." Es gehe um Beziehung und Beziehungsfähigkeit, "darum, Partnerschaft zu lernen". Darauf müsste mehr Gewicht gelegt werden.

Am Ende der Synode steht ein gut 40 Seiten starkes Schlussdokument, über das die teilnehmenden Bischöfe diesen Samstag abstimmen. Darin dürfte auch das Thema Missbrauch "gut, klar und deutlich" angesprochen werden, so Schönborn. Sich genau jetzt damit zu befassen, sei völlig richtig: "Eine solche Synode, bei der es auch um die richtige Begleitung junger Menschen geht, gehört zur Behandlung des Problems". Er betonte, dass in der Kirche weltweit unendlich viel gute Jugendarbeit gemacht werde: Sie ist Medizin gegen den Missbrauch." Zugleich sei klar: "Bei Missbrauch darf es keinerlei Toleranz geben."