Washington. Nach einem Wortgefecht mit US-Präsident Donald Trump während einer Pressekonferenz hat das Weiße Haus dem CNN-Reporter Jim Acosta die Akkreditierung "bis auf Weiteres" entzogen. Trump hatte auf offener Bühne einen handfesten Streit mit dem Journalisten angezettelt. "Sie sind eine furchtbare, unverschämte Person", fuhr der Präsident den in den USA bekannten Reporter an.

Da Acosta sich weigerte, das Mikrofon an eine Mitarbeiterin des Weißen Hauses zurückzugeben, wurde dies als Anlass für den Entzug seiner Akkreditierung genommen.

Dass sich CNN nunmehr stolz über die Arbeit ihres Reporters geäußert habe, sei "nicht nur widerlich, sondern auch ein Beispiel ihrer empörenden Missachtung für alle, auch junge Frauen, die in dieser Regierung arbeiten", hieß es aus dem Weißen Haus.

Der Reporter hatte zunächst Fragen zu den laufenden Russland-Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller gestellt. Die Auseinandersetzung begann, als Acosta Trump zu dessen Verbalattacken auf die zentralamerikanischen Flüchtlinge befragte, die sich derzeit zu Tausenden auf dem Weg in Richtung USA befinden. Auf die Frage des Journalisten, ob er die Flüchtlingstrecks im Wahlkampf bewusst "verteufelt" habe, reagierte Trump zunächst ausweichend. "Nein, ich möchte, dass sie ins Land kommen. Aber das muss auf legalem Weg geschehen", sagte er.

"Verstörend unamerikanisch"


Als Acosta nachhakte und sagte, bei den Migranten lasse sich kaum von einer "Invasion" sprechen, platzte dem Präsidenten der Kragen. "Ehrlich gesagt sollten Sie mich das Land führen lassen. Sie leiten CNN, und wenn Sie gut wären, wären die Einschaltquoten höher", fuhr er den Reporter an.

Der US-Präsident sprach während der Pressekonferenz von "feindseligen Medien". Mehrmals forderte er Journalisten auf, den Mund zu halten.

CNN verurteilte in einem Statement die Äußerungen Trumps. "Die andauernden Angriffe des Präsidenten auf die Presse sind deutlich zu weit gegangen", heißt es darin. "Sie sind nicht nur gefährlich, sie sind verstörend unamerikanisch."