Astana/Moskau. Russland sieht eine allmähliche Stabilisierung der Lage in Syrien. Das sagte der Syrien-Beauftragte Alexander Lawrentjew am Mittwoch im Gespräch mit syrischen Regierungsvertretern in Astana. In der Hauptstadt von Kasachstan begann die elfte Runde zweitägiger Gespräche, an denen aus Syrien jeweils Delegationen der Führung wie der Opposition teilnehmen.

Russland, die Türkei und der Iran sind Schutzmächte dieses Gesprächsformates. Auch der scheidende UN-Beauftragte Staffan de Mistura kam nach Astana.

Unterhändler Lawrentjew sagte, seiner Einschätzung nach seien die syrischen Regierungstruppen in der Lage, letzte Stützpunkte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) am Euphrat einzunehmen. Das meldete die russische Agentur Tass. In dem seit 2011 tobenden Bürgerkrieg hat Russland ab 2015 militärisch das Blatt zugunsten von Präsident Bashar al-Assad gewendet. Moskau will seine Truppen allmählich reduzieren.

Zugleich gestanden russische Diplomaten aber ein, dass die geplante Bildung einer Verfassungskommission für Syrien weiter schwierig sei. Auch der geplante Abzug von Kämpfern der Opposition aus ihrer letzten Hochburg Idlib laufe langsamer als gedacht.

Am Wochenende hatte es wieder heftige Gefechte in Syrien gegeben. Die syrische Regierung machte "Terroristen" dafür verantwortlich, von Idlib aus Chlorgasgranaten auf die nordsyrische Metropole Aleppo gefeuert zu haben. Russische Kampfjets bombardierten daraufhin Ziele in der eingerichteten Pufferzone um die Rebellenhochburg Idlib.

Die syrische Opposition betonte, es müsse in Astana auch um eine Waffenruhe für Idlib gehen. Bisher würden die bisherigen Abmachungen nicht gut eingehalten, sagte Oppositionssprecher Jihja al-Aridi der Deutschen Presse-Agentur. Weiteres Thema sei das Schicksal tausender Gefangener in Händen der syrischen Regierung. Ein russischer Diplomat sagte, dass es bis Jahresende einen Austausch von Gefangenen geben könnte. Er sprach allerdings nur von etwa 50 Personen.