New York. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wurde am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet. 70 Jahre später sehen laut einer Umfrage viele Bürger in 28 Staaten deutliche Defizite bei der Umsetzung der Menschenrechte. Nur vier von zehn Befragten weltweit sagten, dass alle in ihrem Land die gleichen Menschenrechte genießen, heißt es in einer Studie des Instituts IPSOS.

Auch nach den Worten von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres sind die Menschenrechte auf der ganzen Welt bedroht. "Universelle Werte werden ausgehöhlt. Die Rechtsstaatlichkeit wird untergraben", warnte Guterres anlässlich des Tages der Menschenrechte am 10. Dezember.


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"Seit 70 Jahren ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ein weltweites Lichtsignal für Würde, Gleichheit und Wohlergehen ... und bringt Hoffnung in dunkle Orte", sagte der UNO-Generalsekretär. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte war am 10. Dezember 1948 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen in Paris verkündet worden.

Die in der Erklärung bekundeten Rechte würden für jeden Menschen gelten, ganz gleich welcher Rasse, welchen Glaubens, welchen Ortes oder welcher Unterschiedlichkeit, betonte Guterres. "Menschenrechte sind universell und unaufhörlich. Sie sind auch unteilbar. Man kann nicht zwischen zivilen, politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechten wählen", fügte er hinzu.

"Heute ehren wir auch die Menschenrechtsverteidiger, die ihr Leben riskieren, um Menschen vor wachsendem Hass, Rassismus, Intoleranz und Unterdrückung zu schützen", so Guterres. "Tatsächlich sind die Menschenrechte auf der ganzen Welt bedroht", unterstrich der UNO-Generalsekretär. "Mehr denn je ist unsere gemeinsame Pflicht klar: Wir müssen uns für die Menschenrechte für jede und jeden überall einsetzen."

 Meinungsfreiheit laut Studie auf Platz eins

Deutsche und Chinesen sehen die Lage in ihrem Land dagegen überdurchschnittlich positiv. Jeweils fast zwei Drittel (63 Prozent) gingen laut IPSOS davon aus, dass bei ihnen die Menschenrechte für alle gelten. In Südafrika und Italien sagen dies nur 25 Prozent und 28 Prozent. Das einzige Land der 28, in dem eine Mehrheit (55 Prozent) aussagt, Menschenrechte seien bei ihnen kein Problem, ist Deutschland. Vor allem in Kolumbien (69 Prozent), Südafrika, Peru und Mexiko (je 60 Prozent) nehmen große Mehrheiten das Gegenteil an.

Die meisten Bürger in allen Staaten zusammen stimmen der Aussage zu, dass ein Gesetz zum Schutz der Menschenrechte in ihrem Land wichtig ist. Insgesamt sind 78 Prozent der Befragten dieser Meinung, vor allem in Serbien (90 Prozent), Ungarn (88 Prozent), Kolumbien (88 Prozent), Südafrika (86 Prozent) und Deutschland (84 Prozent) wird diese Meinung vertreten. In Brasilien, Saudi-Arabien und der Türkei ist diese Ansicht dagegen kaum vertreten.

Die wichtigsten Menschenrechte sind laut IPSOS für alle Befragten die Meinungsfreiheit (32 Prozent) und das Recht auf Leben (31 Prozent). In Deutschland sehen sogar 42 Prozent die Meinungsfreiheit auf Platz eins. Die Befragung wurde unter 23.249 Personen in insgesamt 28 Ländern durchgeführt, Österreich war nicht darunter.