Stockholm. (red) Hoffnung für den Jemen: Bei den Friedensgesprächen in Schweden haben sich die Houthi-Rebellen und die Regierung auf eine Waffenruhe für die strategisch wichtige Hafenstadt Hodeidah geeinigt. Das Abkommen sieht vor, dass beide Seiten ihre Truppen aus der Stadt abziehen, sagte UN-Generalsekretär Antonio Guterres, der bei den Verhandlungen dabei war. Die erste Gesprächsrunde könne Ausgangspunkt für Frieden in dem Bürgerkriegsland sein, so Guterres. Ende Jänner sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Luftangriffe und Hunger

Über Hodeidah kommen die wichtigsten Nahrungsmittellieferungen in den Jemen. Die Hafenstadt wird von Houthi-Kämpfern gehalten, ist aber von Truppen der Regierung eingeschlossen. Zuletzt flogen dort Kampfjets der saudischen Militärallianz Angriffe auf Stellungen der Rebellen. Bei den Bodenkämpfen gab es zivile Opfer, die bei einer Fortführung der Operation massiv gestiegen wären.

Was bei den Jemen-Verhandlungen in einer Woche erreicht worden ist, kann sich durchaus sehen lassen. So einigten sich Regierung und die schiitischen Rebellen auf die Wiedereröffnung des Flughafens in der Hauptstadt Sanaa. Auch sollen Erdölexporte wieder möglich gemacht werden.

Der Westen drängt die Houthis, die vom Iran unterstützt werden und die Regierung, die eine saudische geführte Allianz im Rücken hat, den Krieg, der bereits zehntausende Opfer gefordert hat, zu beenden. Es sollen in einem ersten Schritt vertrauensbildende Maßnahmen vereinbart werden, die einen politischen Prozess in Gang bringen, an dessen Ende ein Friedensabkommen stehen könnte. Verwundete Houthi-Rebellen sind bereits in den benachbarten Oman ausgeflogen worden - das war eine Bedingung für die Teilnahme der Rebellen an den Gesprächen gewesen. Auch wurde der Austausch von Kriegsgefangenen beschlossen.

Der Krieg, der seit 2014 tobt, hat Auswirkungen vor allem auf die Zivilbevölkerung. Laut UNO droht eine Hungerkrise ungeheuren Ausmaßes, schon jetzt sterben täglich zahllose Kinder an den Folgen von Unterernährung.

Die Houthis kontrollieren den dicht besiedelten Westen den Landes, wo sich auch die Hauptstadt Sanaa befindet. Aus Verhandlerkreisen wurde bekannt, dass internationale Flüge wieder nach Sanaa durchgelassen werden. Allerdings müssen die Maschinen zuvor einen Flughafen, der von der Regierung kontrolliert wird - Aden oder Sayun - ansteuern. Dort wird die Maschine durchsucht, dann darf sie nach Sanaa weiter. Damit soll verhindert werden, dass Waffenlieferungen über den Luftweg in das Rebellengebiet kommen. Die UNO will die Kontrollen überwachen.

Die Wiederaufnahme von Erdöl- und Erdgasexporten sollen dem bitterarmen Land Einnahmen verschaffen und sicherstellen, dass die Beamtengehälter ausbezahlt werden können.

Resolution im US-Senat

Unterdessen hat der US-Senat in Washington eine Resolution für ein Ende der US-Unterstützung für den Militäreinsatz er Saudis im Jemen vorangebracht. Die Kongresskammer votierte am Mittwoch dafür, eine Schlussabstimmung über den Text zuzulassen, der ein klares Signal gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump ist. Die Resolution müsste noch durch das Repräsentantenhaus, dort haben die Republikaner bis zum 3. Jänner die Mehrheit. Dann könnte immer noch Donald Trump sein Veto einlegen. Die Entschließung hat somit symbolische Bedeutung.