Kattowitz. Bei der UNO-Klimakonferenz im polnischen Katowice (Kattowitz) ging es um das Kleingedruckte zur konkreten Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dabei standen die Verhandler wegen neuer eindringlicher Warnungen aus der Wissenschaft unter besonderem Handlungsdruck. Nach mehrmaliger Verlängerung der Verhandlungen erzielten die fast 200 Teilnehmerstaaten schließlich folgende Einigungen:

1,5-Grad-Bericht: Weckruf der Wissenschaft

Die Verhandlungen standen unter dem Eindruck des alarmierenden 1,5-Grad-Berichts, den der Weltklimarat IPCC Anfang Oktober veröffentlicht hatte. Demnach drohen bei einer Erderwärmung von mehr als 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau verheerende Folgen.

Die Einigung soll die Staaten zu stärkeren Klimaschutzbemühungen bringen. - © APAweb, Reuters, Kacper Pempel
Die Einigung soll die Staaten zu stärkeren Klimaschutzbemühungen bringen. - © APAweb, Reuters, Kacper Pempel

Neben Umweltschützern drangen in Katowice vor allem die vom Klimawandel besonders bedrohten Inselstaaten darauf, den IPCC-Bericht zu "begrüßen" und ihn damit zur Handlungsgrundlage der internationalen Klimapolitik zu machen. Insbesondere die USA und Saudi-Arabien wollten den 1,5-Grad-Bericht aber lediglich "zur Kenntnis" nehmen.

Der Kompromiss im Beschlusstext lautet nun, dass die Konferenz den wissenschaftlichen Input des IPCC "anerkennt", dem Weltklimarat "Wertschätzung und Dankbarkeit" für den Sonderbericht ausspricht und dazu "einlädt", den Bericht bei den Klimaverhandlungen zu "nutzen".

Nationale Klimaschutzzusagen: Kein allgemeines Bekenntnis zu mehr Ehrgeiz

Im Zusammenhang mit der 1,5-Grad-Debatte wurden auch die Forderungen lauter, die nationalen Klimaschutzziele schneller nachzubessern. Mehr als 160 Länder haben solche Ziele bereits formuliert. Sie können an ihnen festhalten oder nachbessern, wenn 2020 alle Staaten nationale Klimaschutzziele vorlegen müssen.

Zur Nachbesserung hatte sich die sogenannte "High Ambition Coalition" aus Vertretern verschiedener Industrie- und Entwicklungsländer, darunter Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und ihre deutsche Kollegin Svenja Schulze, am Mittwoch bekannt. Im Abschlusstext der Konferenz ist aber keine solche Zusage von allen enthalten. Er betont lediglich "die Dringlichkeit von höherer Ambition".

Regelmäßige Reportings über Finanzhilfen

Im Pariser Abkommen wurde vereinbart, dass die Industrieländer die Entwicklungsländer bei der Verringerung ihrer Emissionen und der Anpassung an den Klimawandel finanziell unterstützen. Im Regelbuch wurde nun festgeschrieben, dass diese Hilfen für die Empfänger "vorhersehbar" sein müssen und die Industrieländer ab 2020 alle zwei Jahre über Umfang und Art ihrer Finanzhilfen Bericht erstatten.