Hodeidah. Die bei den Jemen-Friedensgesprächen vereinbarte Waffenruhe für die belagerte Hafenstadt Hodeidah soll nach Angaben der Bürgerkriegsparteien und der Vereinten Nationen ab Dienstag umgesetzt werden. Ein UN-Vertreter sagte am Sonntag, zwar stehe in der Hodeidah-Vereinbarung, dass die Waffen sofort schweigen sollten.

Aber es sei normal, dass es bis zu 72 Stunden dauere, bis eine solche Absprache auf allen Kommandoebenen angekommen sei. "Wir erwarten, dass der Waffenstillstand ab Dienstag in Kraft tritt." Ein Houthi-Vertreter sagte, die Rebellen hofften, dass die Regierung ihre Zusage einhalte. Andernfalls werde sie entsprechend reagieren.

Die jemenitischen Regierungstruppen und die Houthi-Rebellen hatten am Donnerstag bei von der UNO vermittelten Gesprächen in Schweden eine Feuerpause vereinbart, die in der Nacht auf Freitag in Kraft trat. Die Waffenruhe sollte für Hodeidah und den dortigen Hafen gelten, über den der Großteil der humanitären Hilfe in den Jemen gelangt. Die Einigung sah einen Rückzug von Regierungstruppen und Rebellenkämpfern vor. Allerdings kam es bereits am Freitag zu erneuten Kämpfen.

Houthi-Rebellen kontrollieren den Großteil Jemens

Die vom Iran unterstützten Houthi-Rebellen kontrollieren den Großteil des Landes, darunter Hodeidah und die Hauptstadt Sanaa. Die von Saudi-Arabien gestützte Regierung hat sich nach Aden zurückgezogen. Die Regierungstruppen haben Hodeidah eingekesselt, dessen Hafen für die Versorgung von Millionen Jemeniten entscheidend ist. In den vergangenen Tagen berichteten Einwohner der Stadt immer wieder von vereinzelten Gefechten, vor allem nachts.

Durch die Kriegswirren ist die Versorgung mit Nahrungsmitteln vielerorts zusammengebrochen: Im Jemen leiden mehr als acht Millionen Menschen Hunger, laut UNO sind 14 Millionen von Hunger bedroht. Die Kämpfer beider Bürgerkriegsparteien sollen sich nun aus der Hafenstadt und dem Umland zurückziehen. Lokale Milizen sollen unter Aufsicht der UNO die Kontrolle übernehmen.

Die Vereinbarung gilt als erster Durchbruch in den Bemühungen um ein Ende des seit vier Jahren andauernden Bürgerkriegs. Im Jänner soll in einer weiteren Gesprächsrunde der Rahmen für einen umfassenden Frieden abgesteckt werden.