New York. Die USA waren dagegen - wieder einmal. Wie den UN-Migrationspakt lehnte Washington auch den Flüchtlingspakt der Vereinten Nationen ab. Abgesehen davon waren aber die Kontroversen um das zweite Dokument geringer als um die Migrationsvereinbarung, die in der Vorwoche in Marokko gebilligt wurde und von der sich ein gutes Dutzend Staaten - inklusive Österreich - distanziert haben.

Der Flüchtlingspakt hingegen wurde bereits im November weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit im dritten Ausschuss der UNO-Generalversammlung in New York angenommen. Und das Plenum stimmte am Montag darüber ab.

Beide - rechtlich nicht bindende - Abkommen gehen auf eine Erklärung der UNO-Vollversammlung zur Verbesserung des Schutzes von Flüchtlingen und Migranten im September 2016 zurück. Darin wurde die Ausarbeitung von zwei Vereinbarungen in die Wege geleitet, um die beiden Themen voneinander zu trennen.

Der Flüchtlingspakt baut auf geltendem Recht wie der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 auf. Er beinhaltet vier zentrale Ziele: "den Druck auf die Aufnahmeländer mindern, die Eigenständigkeit und Widerstandsfähigkeit von Flüchtlingen fördern, den Zugang zu Umsiedlung und anderen humanitären Aufnahmeprogrammen in Drittstaaten ausweiten sowie die Bedingungen fördern, die eine Rückkehr in das Heimatland in Sicherheit und Würde ermöglichen".

Konkrete Vorgaben darüber, wie viele Schutzsuchende ein Land etwa aufnehmen muss, macht das Abkommen nicht. Stattdessen geht es zum Beispiel darum, durch Entwicklungshilfe die Infrastruktur in Ländern zu stärken, die besonders viele Menschen versorgen. Österreich unterstützt die Vereinbarung.