Sanaa. Schon jetzt wird die Situation im Jemen von der UNO als "größte humanitäre Katastrophe" bezeichnet. Ein jahrelanger Bürgerkrieg hat für derartige Zerstörungen gesorgt, dass der Großteil der 28 Millionen Einwohner unterernährt ist, und das, was es an medizinischer Versorgung gab, ist auch größtenteils zusammengebrochen. Damit das Desaster nicht noch schlimmer wird, ist es entscheidend, dass der Hafen von Hodeidah geöffnet bleibt. Über ihn gelangt der Großteil der humanitären Hilfe ins Land.

Genau um diesen Hafen haben die beiden Bürgerkriegsparteien heftig gekämpft. Vor knapp einer Woche haben sich aber die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi unterstützt, und die Huthi-Rebellen auf einen Waffenstillstand für die Hafenstadt geeinigt. Aber dieser ist äußerst brüchig: Bewohner berichteten von Schüssen, und die beiden Parteien werfen einander vor, die Waffenruhe zu missachten.

Die UNO will Beobachter vor Ort entsenden, am Mittwoch tagte in New York ein Komitee, das die Waffenruhe überwachen soll. Beobachter warnen, dass die internationale Gemeinschaft nun alle ihre Kräfte bündeln muss, um die Waffenruhe zu retten. Denn nur wenn diese hält, sind weitergehende Friedengespräche denkbar.

Doch am Donnerstag sah es danach aus, dass die internationale Gemeinschaft sich eher in internen Querelen verliert. Denn die USA wollten laut Informationen der Nachrichtenagentur Reuters erreichen, dass in einer UN-Resolution zum Jemen der Iran verurteilt wird, der die Huthis unterstützt. Andere Staaten wie Russland wehrten sich dagegen.