Washington. Die Fronten im Streit um den US-Haushalt und die von Präsident Donald Trump geplante Grenzmauer haben sich weiter verhärtet. Trump hat eine Sitzung mit Spitzenvertretern der oppositionellen Demokraten abrupt abgebrochen und den Raum verlassen, weil diese ihm weiter die geforderte Milliardensumme für die Mauer verweigerten. Danach sagte er seine geplante Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos von 22. bis 25. Jänner "wegen der Uneinsichtigkeit der Demokraten den Grenzschutz betreffend" ab.

Sein Treffen mit den Oppositionschefs in Repräsentantenhaus und Senat, Nancy Pelosi und Chuck Schumer, im Weißen Haus sei "totale Zeitverschwendung" gewesen, schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er habe daraufhin "Auf Wiedersehen" gesagt. Nach Schilderung Schumers schlug der Präsident "irgendwie auf den Tisch". Dann sei er "einfach aufgestanden und hinausgegangen". Abermals habe Trump einen "Wutanfall" gehabt, "weil es nicht nach seinem Willen geht", sagte der Demokrat.

Trump rührt die Werbetrommel


Vizepräsident Mike Pence, der ebenfalls anwesend war, bestritt, dass Trump die Beherrschung verloren habe. Zu Sitzungsbeginn habe der Präsident Süßigkeiten verteilt, berichtete Pence. Trump verlangt vom Kongress 5,7 Milliarden Dollar (4,9 Milliarden Euro) für den Mauerbau. Das ist sein zentrales Versprechen aus dem Wahlkampf 2016. Die Demokraten halten die Mauer jedoch für ineffektiv und überflüssig. Sie bestreiten, dass es die von Trump geschilderte "Sicherheitskrise" an der Grenze gibt. Trump warb am Donnerstag in einer texanischen Grenzstadt für die umstritten Mauer an der Grenze zu Mexiko. Bei einem Besuch einer Grenzschutzstation in McAllen bekräftigte er, dass die USA eine Barriere bräuchten, um Menschenschmuggler aufzuhalten. Die Politik der Demokraten bedrohe Familien.